#86 SailGP: Als 21-jährige Strategin zum Heimrennen nach Sassnitz – mit Anna Barth von Team Germany
Shownotes
Mit gerade einmal 21 Jahren sitzt Anna Barth als Strategin an Bord eines F50-Katamarans, der mit mehr als 100 Stundenkilometern über das Wasser fliegt. Während andere in ihrem Alter gerade ein Studium beginnen, besetzt sie beim deutschen SailGP-Team eine der anspruchsvollsten Positionen an Bord. Nun steht das Heimrennen in Sassnitz vor der Tür. Tausende Zuschauer und fast ausverkaufte Tribünen warten auf sie. Für Anna ist es das zweite Mal an der Ostsee. Das diesjährige Ziel: Schwarz-Rot-Gold ins Finale bringen.
Im Gespräch mit Timm Kruse erzählt die Seglerin, wie es sich anfühlt, zum ersten Mal an Bord eines F50-Katamarans zu sein und auf welche Feinheiten es während des Rennens ankommt. Außerdem spricht Anna darüber, was die deutschen Segler von der Weltspitze noch trennt, welche Rolle Erik Heil als Skipper im Team spielt und wie sie mit der schwierigen Entscheidung umgeht, die sich ihr bald stellt: SailGP oder Olympia 2028.
Ihr möchtet noch mehr über Anna Barth erfahren, dann empfehlen wir folgende YACHT-Artikel: - SailGP: Pionierin Anna Barth – “Da ist dieses Home-Crowd-Gefühl” - SailGP: Strategin Anna Barth – “Ich würde es immer wieder so machen” -Als Profi in der Formel 1 des Segelsports – Anna Barth ist die Strategin
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Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen beim Podcast der Yacht, Europas größtem Segelmagazin.
00:00:04: Mit Journalist und Segner Tim Kruse.
00:00:07: Er spricht mit Menschen die den Wind kennen wie Verantwortung tragen und echte Geschichten erzählen.
00:00:12: Segeln für die Ohren jeden Freitag neu!
00:00:16: Vor einem Jahr hat Anabat noch unterschätzt, was ein Heimrennen auslösen kann.
00:00:20: Dann standen tausende Menschen beim CellGP in Sassnitz und brüllten das deutsche Team über die Ostsee.
00:00:25: Jetzt ist die einundzwanzigjährige Strategin zurück beim Heim rennen.
00:00:29: hier starten dreizehn fliegende Katamarane machen mehr als hundert Stundenkilometer Und es gibt eine ganze Menge Aufregungen rund ums Rennen und natürlich bei allen Beteiligten.
00:00:38: Dieses Mal ist Anna vorbereitet, auf ein riesen Spektakel und hat ein klares Ziel Schwarz-Rot-Gold muss ins Finale!
00:00:45: Wie das gelingen kann?
00:00:46: Darüber sprechen wir jetzt.
00:00:47: Anna herzlich willkommen zum Yacht-Podcast!
00:00:49: Hi ich freue mich sehr hier zu sein.
00:00:51: Wie geht's
00:00:52: dir?!
00:00:52: Ich weiß in der Plumpe Frage aber ich kann mir vorstellen dass du schrecklich aufgeregt bist.
00:00:55: Ja ähm... Mir geht's gut.
00:00:57: Ich würde sagen, Aufregung hatte noch nicht so richtig die Zeit einzusetzen.
00:01:01: Wir freuen uns einfach auf ein cooles Rennwochenende.
00:01:04: Beschreib' uns mal!
00:01:05: Also alle, die uns zuhören sind Segler und wissen wie es auf dem Wasser ist.
00:01:08: Beschreibe uns mal, wie es ist in so einem F-Fünfzig Katamaran zu sitzen?
00:01:13: Ja das is... Ich glaube, da gehe ich mal zurück zu dem ersten Moment wo ich das erste Mal dabei war.
00:01:20: Da wurde ich nämlich auch ziemlich überrumpelt und wurde so ein bisschen ins kalte Wasser geschmissen.
00:01:24: Das war in Kaddis, im Jahr zwanzig.
00:01:27: Und da war es so ein Bisschen Soja Anna hier... Das Lenkrad, das übernimmst du nach den Manövren und los geht's!
00:01:36: Und irgendwann war dann Erika Yo Will also mein Lenkrat und dann hatte ich das Ding in der Hand und siehst irgendwie so eine Mischung aus Einerseits noch voll segeln, weil wir haben ja die Elemente einfach noch voll drin.
00:01:50: Wir segeln nach den Böen, nach dem was wir auf dem Wasser sehen.
00:01:53: Jetzt endlich auf.
00:01:54: die Fock ist eine ganz normale Fock.
00:01:56: Die trimmen wir auch wie eine Fock auf jedem anderen Boot nur halt dadurch dass sie andere Geschwindigkeiten fahren dann ein bisschen anderer Schnitt aber Genau, und dann war es eine Mischung aus Segeln.
00:02:09: Und irgendwie auch so ein bisschen wie Auto fahren.
00:02:11: Weil's fast wie Caprio ... weil man hat natürlich diesen irren Fahrtwind.
00:02:17: Man spürt echt sehr stark diese Power oder die Kräfte, die wirken.
00:02:21: Die Beschleunigung ist ja wirklich einfach ohne Bremse.
00:02:25: Wenn wir einen Stecker fahren, das kann man sagen, das ist ne Vollbremsung.
00:02:30: Also wenn wir mit der Nase ins Wasser stechen.
00:02:33: Ja, die Kröfte, sie da wirken sind wirklich... sehr beeindruckend.
00:02:37: Ja, das glaube ich und es wird nicht umsonst ja immer verglichen mit der Formel eins auf dem Wasser und das finde ich auch toll.
00:02:43: Sag uns wie ist dann ist wenn ihr zum Beispiel in Portsmouth da seid ihr fast gekentert?
00:02:48: Wie ist das denn für dich?
00:02:49: also hat man dann Angst oder kommt die Angst nach hinein?
00:02:52: oder wie ist das?
00:02:53: Ja in Portsmouth, das war spannend auf jeden Fall.
00:02:57: Das Wochenende wäre wahrscheinlich auch ein bisschen anders verlaufen.
00:02:59: werden wir wirklich gekenntert?
00:03:00: also es war ja wirklich sehr sehr knapp.
00:03:02: Wir haben glaube ich den Rekord gebrochen für so viel Neigung Die
00:03:06: höchste
00:03:08: Neigung die dann nicht zur Kenntelung geführt hat.
00:03:10: Also genau das war Respekt.
00:03:13: Ja da haben wir mal wieder einen Rekort aufgestellt aber genauso in der Situation.
00:03:19: Ich war ganz oben Da waren ein paar noch unten in Le, und dann ein paar eben oben.
00:03:24: Und ich hab mich dann so ins Cockpit reingeduckt... ...und irgendwie gedacht... Gut das ist jetzt unsere erste Kenterung!
00:03:32: In dem Moment war es eigentlich nicht so schlimm wie ich erwartet hatte und irgendwie auch weil wir das Prozedere kennen wir und wir werden da auch öfter gebrieft vom Safety Team.
00:03:43: Grundsätzlich kann da gar nicht so viel passieren.
00:03:45: also wir richten dann wieder auf und können dann eigentlich auch meistens weiter segeln.
00:03:49: deswegen Es war gar nicht so schlimm, spektakulär wie die Bilder aussehen.
00:03:55: Ich glaube das Kollision zwischen zwei Booten sind deutlich schlimmer und da hab ich auch noch mehr Respekt vorher.
00:04:02: Also ihr könnt euren F-Fünf sich dann wieder selber aufrichten?
00:04:06: Nee genau, man macht das mit Hilfe von den Motorbooten also einen Motorboot.
00:04:11: Es gibt dann Safety Lines und ein Motorboots zieht es in den Wind und das andere richtet es wieder auf.
00:04:18: Das ist ... Prozere, was irgendwie fünf Minuten dauert im besten Fall.
00:04:21: Und dann wenn da nichts kaputt ist, kann es eigentlich auch weitergehen?
00:04:26: Also eigentlich müsste etwas kaputt gehen also je nach Tempo oder nicht.
00:04:28: Oder sind die echt so stabil, die Dinger?
00:04:31: Naja bei uns war das ja letztendlich auch eher ein langsames Geschehen.
00:04:35: Wir haben es auf die Seite gelehnt und dann sind wir so langsam wieder hochgekommen.
00:04:39: Ich glaube, wenn man sich jetzt quasi über sich selber überschlägt, dann ist das vielleicht noch mal was anderes.
00:04:45: Also wenn man so einen richtigen Stecker knowside fährt aber wir sind ja einfach nur durch zu viel Leelage in diese Situation gekommen.
00:04:54: Wenn ihr dann kennt hat kommst du aus dem Cockpit raus?
00:04:56: Ich würde dann... Man kann an einem Trapolin so runter klettern.
00:05:00: Kann man sich eben auch gut festhalten.
00:05:02: Aber erstmal die erste Reaktion ist immer ins Cockpit reinducken und erst einmal Selfsitzen bleiben.
00:05:09: also da ist man schon ganz schön hoch.
00:05:12: Wie gefährlich ist das Ganze?
00:05:13: Der Formel-Einsvergleich, es ist doch am Ende dann echt auch schwierig irgendwann ab einer gewissen Geschwindigkeit.
00:05:19: Weil hundert kmh auf dem Wasser ist verrückt!
00:05:22: Ja also ich glaube dass entwickelt sich eben noch total.
00:05:26: das Format und die Liga Und ja es gab jetzt schon echt... Die Crashes haben sich geholfen diese Saison und ein wirklich heftiger Crash in Auckland zwischen Neuseeland und Frankreich.
00:05:40: Und jetzt hat sich das ja so ein bisschen entwickelt, dass die DJ gesagt hat okay, jetzt machen wir dauerhaft einfach nur noch Split Fleet.
00:05:45: Also in zwei Gruppen geteilt, die ganze Fleet und... Das macht's deutlich sicherer würde ich sagen.
00:05:51: also es ist eben viel weniger ganz enge aufeinander racing und man kann auch einen besseren Überblick darüber behalten wo die anderen Boote sind.
00:06:00: Das macht meinen Job auch deutlich einfacher an Bord.
00:06:04: Ich bin ja Strategien ganz hinten und hab den Überblick über die anderen Bote und was so auf dem Rennenkurs passiert.
00:06:10: Und ja, ich glaube das ist erstmal eine gute Entwicklung.
00:06:13: Grundsätzlich ist es natürlich schon immer noch ein gewisses Risiko da.
00:06:16: also wir pushen... Wir versuchen natürlich auch super doll zu pushen und umso höher wir fliegen desto schneller werden wir aber desto riskanter wird's auch dass wir mal die Kontrolle verlieren.
00:06:27: deswegen ist das ja immer so bisschen das Spiel mit dem Feuer.
00:06:31: Ja was ist ja auch ausmachen?
00:06:32: Das will man ja auch.
00:06:34: Gleichzeitig habe ich irgendwo auch gelesen Ich glaube du hast es gesagt dass ihr im Moment noch so eine Art Versuchskaninchen seid.
00:06:40: Also muss erst mal rauskriegen, wie funktioniert ein CellGP wirklich?
00:06:43: Mit dreizehn Booten also machen wir jetzt zwei Flotten A-Sex und A-Seven Und da wird es noch mehr Entwicklungen geben müssen.
00:06:48: Hast du da schon ne Ahnung, wie CellGp in fünf Jahren aussieht?
00:06:51: Ja ich glaube das ist interessant.
00:06:53: Ich glaube auch gerade wenn man nochmal auf den Formel eins vergleucht schaut Da hat sich ja auch unheimlich viel entwickelt und da gab's glaube ich auch eine Zeit lang wo deutlich mehr Crashes passiert sind auch mehr schlimme Verletzungen oder sogar Todesfälle.
00:07:08: Das hat sich über Jahre Jahrzehnte entwickelt und ist jetzt an einem Punkt, wo es wahrscheinlich deutlich sicherer ist.
00:07:14: Auf jeden Fall
00:07:15: ja!
00:07:15: Ich würde sagen, CellGP hat da schon vielleicht eine ähnliche Entwicklung gerade.
00:07:20: Die versuchen natürlich, es möglich, Action reich zu machen und der Sport lebt ja auch davon also von viel Action und Geschwindigkeit und einfach einen guten Show.
00:07:31: aber gleichzeitig steht dann da immer so ein bisschen die Sicherheit der Athleten auf der anderen Seite auch.
00:07:37: Wobei wir natürlich auch das genießen, wenn man... also was heißt genießen?
00:07:40: Aber es macht natürlich auch total viel Spaß in so einem Fleet zu rassen.
00:07:45: und ja, es ist schwierig aber wie zumindest das mit dem Splitfleet zeigt auf jeden Fall dass der Liga auch ja die Sicherheit des Athletens sehr wichtig ist.
00:07:56: Beschreib uns doch mal deinen Job als Strategin.
00:07:59: Was machst du?
00:08:00: Vor allem, wie kommuniziert ihr?
00:08:01: Ich weiß über Headsetzen und so... Du hast irgendwie sechs Stimmen im Ohr!
00:08:05: Aber wie kriegt Erik dann mit, dass du etwas Bestimmtes willst und hört er drauf?
00:08:08: Und wie läuft das alles ab?
00:08:11: dann am Ende bei euch?
00:08:12: Genau also ich bin ganz hinten in einem Cockpit zusammen mit Eric und ich bin quasi das Auge vom Boot.
00:08:18: Also ich kann mich frei bewegen die meiste Zeit nicht darin gebunden, eben auf einer Seite zu sitzen.
00:08:25: Also ja meistens in Luf ist dann der Rest des Teams und ich kann aber frei nach Lege gehen.
00:08:30: Ich kann sozusagen auch die Blind-Sports für Erik hinter dem Wingsegel und der Fock, die kann ich
00:08:36: abdecken.".
00:08:38: Also quasi den toten Winkel bei der Formel I?
00:08:40: Ja, genau.
00:08:41: Also genauso kann man es vergleichen.
00:08:43: Grundsätzlich ist für mich ja die größte Aufgabe das so zu kommunizieren und auch so zu verpacken dass Erik das gut aufnehmen kann und dann darauf basierend irgendwie auch die Entscheidung treffen kann.
00:08:52: meistens versuche ich schon so eben abzuwägen was ja was ist wirklich relevant?
00:08:57: Und in welche Richtung kann da noch die Entscheidungen gehen und da eben dann schon sowas vorzuschlagen?
00:09:02: und dann ist aber am Ende immer noch liegt es doch bei Erik das dann anzunehmen umzusetzen?
00:09:07: Ja, Erik hatte ich in höchsten Tönen gelobt wie du wahrscheinlich weißt und sagte einfach dass du so eine unglaublich hohe Auffassungsgabe hast.
00:09:13: Und ich kann es mir manchmal so vorstellen als ob du wie ein Synkron-Dolmetscher arbeitest also du hörst französisch, denkst Deutsch und musstest ins Englische übersetzen und dann aber noch dem Italienischen zuhören.
00:09:22: Also irgendwie so in die Richtung stellst du mir vor haut das hin?
00:09:26: Es sind eben ganz viele Eindrücke.
00:09:28: eigentlich muss man von den verschiedenen Sinnen das alles zusammenbringen.
00:09:34: Das, was ich auch höre von der On-Bord-Kommunikation.
00:09:37: Von den Coaches, was die mit reinbringen und das dann wieder zusammenzubringen mit dem, was sich aufm Wasser sehe also wie andere Boote sich bewegen im Vergleich zu uns weil manchmal sind das ja wirklich ganz kleinen Unterschiede im Speed, die da entscheiden ob wir noch vorne rumkommen oder nicht?
00:09:53: Oder in welchen Wind das andere Team reinfährt.
00:09:56: wenn die eine Böhe kriegen, beschleunigen sie natürlich wieder und so kommen irgendwie ganz viele sensorische... Dinge zusammen, die dann irgendwie auch erst noch verarbeitet werden müssen bei diesen Geschwindigkeiten.
00:10:09: Und ich glaube das ist wahrscheinlich auch dann die größte Challenge, dass dann auch so schnell zu verpacken in Kommunikation... also das dann wieder umzusetzen und weiterzugeben mit Kommunikations.
00:10:19: Ja es ja auch ganz viel Erfahrung, die da eben mit rein spielt.
00:10:22: Jetzt hast du schon dein drittes Jahr und dennoch sind euch einige Boote einfach immer noch so überlegen.
00:10:28: kannst du beschreiben woran das liegt?
00:10:30: Dass ihr eben nichts was wir uns ja alle wünschen würden ständig ins Finale came, sondern dass auch manchmal einfach Brennen?
00:10:36: dabei sind die nicht laufen.
00:10:37: Was machen die anderen besser?
00:10:39: Also das ist schwierig.
00:10:41: also es ist einfach super schwierig aufzuholen.
00:10:43: Wir haben immer noch deutlich weniger Zeit ab dem Boot verbracht als die meisten anderen Teams.
00:10:48: viele von den Seglern hier in der CLGP sind auch schon den America Scout auf dem Boden gesegelt.
00:10:53: Das war ja mittlerweile schon fast vor zehn Jahren und haben einfach die Stunden da schon in der Tasche.
00:10:59: Ich
00:11:00: glaube,
00:11:01: das ist immer noch die größte Challenge.
00:11:03: Dass wir so wenig Zeit haben, das Boot zu segeln und wir haben dann eben ja ungefähr einen Rennen im Monat und dazwischen drei Wochen Pause und da können wir dann Zeit uns die Sachen anzuschauen und zu debriefen.
00:11:17: Und dann haben wir wieder ein Wochenende wo wir das irgendwie versuchen umzusetzen und wieder zu lernen.
00:11:21: aber es ist nicht so dass wir uns da wirklich einspielen können auch was das Boothandling angeht.
00:11:27: Das heißt ich würde sagen die größte Challenge um aufzuholen.
00:11:31: Wobei wir jetzt ab Herbst ein Trainingsboot gestellt bekommen, das wird in Pensacola sein und da können wir dann eben so wochenweise hinfliegen und Trainingskeins
00:11:42: machen.".
00:11:43: Wie wichtig ist aber auch dass ihr ein gutes Team seid?
00:11:45: Also ich habe gelesen, dass ihr euch im Kiel bei Eric getroffen habt auf seinem Hof.
00:11:49: Habt ihr da so Teambilding gemacht, kriegt ihr da ein Gefühl füreinander fühlt ihr euch wie eine richtig geile Crew fast wie ne Familie oder gibst du immer noch Reibungen?
00:11:57: Welche Rolle spielt das alles?
00:11:59: Ja, ich glaube es ist super entscheidend.
00:12:02: Das ist natürlich auch wieder eine Sache die andere uns vielleicht voraus haben und sich besser kennen.
00:12:08: Man sieht das bei Teams wie den Spaniern oder den Neuseeländern.
00:12:13: sind Diego und Flo zusammen auf dem Fortineiner am Start und Peter und Blair natürlich auch.
00:12:19: ne... Riesenvergangenheit zusammen.
00:12:21: und umso besser man sich kennt, desto besser kann man ja dann irgendwie auch einschätzen wie die an was die andere Person denkt und das so schnell umsetzen.
00:12:28: Aber wir verbringen jetzt schon relativ viel Zeit irgendwie zusammen als Team und es macht echt viel Spaß!
00:12:33: Es war jetzt eine gute Woche in Vorbereitung auf Sassnitz.
00:12:36: Da waren wir alle im Kiel oder die meisten von uns und haben Zeit verbracht zusammen viel... Ja, nochmal in Ports mit reingeschaut und es aber auch schon auf Sassens vorbereitet.
00:12:47: Wir waren ein bisschen segeln auf der Switch-Booten wie die ja so ein bisschen sind wie Motten nur Bond-Design Und das hat super viel Spaß gemacht und ist doch echt immer lustig mit der Crew.
00:12:59: Ja schön!
00:13:00: Wenn ich mal eure Rennen angucke habe ich oft so das Gefühl Es könnte euch ein bisschen an Rücksichtslosigkeit fehlen Dieses Komm, wir gehen auf den letzten Millimeter ran Auch mit dem größeren Risiko.
00:13:10: Kann es da sein oder ist das Quatsch?
00:13:12: Ja, also die... ja das ist ein interessantes Hand.
00:13:16: Ich meine es gibt ganz viele unterschiedliche Charaktere vielleicht auch von den, wenn man jetzt so die Steuermänner anschaut in der Flied und mit Sicherheit ist ein Thomas Links wieder einer der ganz schön punchy ist und genau weiß was er will und auch ja die Ellenbungen raus hat.
00:13:31: aber ich würde und so würde ich Erik nicht beschreiben, aber ich würd schon sagen es, also Erik ist trotzdem ein sehr sehr ehrgeiziger Segler.
00:13:38: Ja, total.
00:13:39: Zwar mal Bronze gewonnen bei Olübche also das holt er ja nicht umsonst, ne?
00:13:43: Genau und ich glaube wir wissen schon was wir wollen.
00:13:47: manchmal fehlt vielleicht auch noch.
00:13:48: ist es dann auch noch verbunden damit dass wir eben noch nicht so confident sind im Bootshandling da eben doch nicht so das Boot so rum herumfeuern wie die anderen Teams?
00:13:59: Was fällt jetzt so meine?
00:14:01: mein erster Gedanke dazu aber kann ich mir ja kann schon sein jetzt wo du sagst dass wir da manchmal ein bisschen zu lieb noch unterwegs sind.
00:14:10: Ja, ist auch ein Learning was dann über die Jahre natürlich kommen wird.
00:14:14: Wie lange bleibst du noch dabei?
00:14:15: Weil Du hast ja noch eine Parallelkarriere!
00:14:17: Du möchtest ja unbedingt auch Olympia-Achtenzwanzig segeln.
00:14:20: Dann ist ja die Frage Beides wirst Du eventuell nicht hinkriegen und Du könntest also eigentlich kurz jetzt mal beim CellGP nächstes Jahr aussteigen Volle Olympia gehen da idealerweise in der Medaille holen Und dann groß zurück in den CellGp kommen.
00:14:31: Ist das so ne Idee in deinem Leben?
00:14:33: Ja, ich habe mich da jetzt noch nicht entschieden wie es weitergehen soll.
00:14:38: Aber klar, ich hab irgendwie die zwei großen Projekte und das ist so ein bisschen... Es gibt bestimmt auch so zwei Ansichten darauf.
00:14:45: Also einerseits könnte man sagen ja cool dass ich schon in CellGP drin bin und ich hab da irgendwie einen riesen Entwicklungspotenzial noch und andererseits ist so eine persönliche Olympische Erfolg dann ja auch irgendwie auch gewisserweise irgendwie ein Grundbaustein und was worauf man dann wieder aufbauen kann.
00:15:03: Genau, wenn ich mir Georgia-Libbinder-Flans anschaue.
00:15:06: Die auch im CLGP-Team war und sich jetzt auf Olympisches Segeln auf dem Fortnite-FX fokussiert hat und da jetzt mit Medaillen sammelt.
00:15:13: Das ist auch echt ein guter Weg und die kommt wahrscheinlich dann wieder ins LGP und da stehen irgendwie alle Türen offen.
00:15:20: Klar LA ist ein Ziel auf jeden Fall aber für mich... Ich schau da auch langfristiger noch zusammen mit Emma, die ist ja auch noch sehr jung.
00:15:29: Meine Emma Kulow meine Segelpartnerin ist gerade S.A Das heißt, wir wollen auf jeden Fall auch noch eigentlich für Brisbane in den Jahrzehnten an den Start gehen und da nochmal eine Medaille holen.
00:15:40: Genau deswegen mal schauen wie sich das jetzt entwickelt.
00:15:41: in den nächsten Jahren.
00:15:42: aber früher oder später werde ich mal priorisieren müssen einfach um meinen Ansprüchen in beiden Projekten gerecht zu werden.
00:15:51: Du bist doch so unglaublich jung.
00:15:52: Ich weiß man selber fühlt sich immer nicht jung Aber mit einzwanzig kann ich dir garantieren du bist noch jung.
00:15:55: Ist dir klar was für ne krasse Entwicklung du durchlaufen hast in den letzten jahren?
00:15:59: Kommt das bei einem an wenn man so wahnsinnig erfolgreich ist?
00:16:03: Ja, also ich glaube manchmal habe ich so Momente wo ich irgendwie merke wow okay das ist jetzt echt krass was passiert muss natürlich auch sagen.
00:16:12: Ich hatte auch einfach viel Glück.
00:16:14: Das gehört ja immer dazu dass man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist.
00:16:19: Ich bin super dankbar für den Weg den ich bisher gehen durfte und würde es immer wieder so machen.
00:16:25: Bin echt gespannt was die nächsten Jahre noch so kommt.
00:16:28: Verrat uns zum Schluss noch!
00:16:29: Ihr habt euch bestimmt eine Strategie überlegt, wie ihr jetzt in Sassnitz am Wochenende ins Finale kommen könnt.
00:16:34: Ich weiß die Katze hier ist nicht verbreiten weil eventuell die anderen Teams das dann auch anhören.
00:16:39: aber fahrt uns ein bisschen was!
00:16:40: Das habt ihr gedacht.
00:16:40: also wie kann es klappen?
00:16:42: Ja die Vorhersage ist ja auch schon da fürs Wochenende.
00:16:46: Sieht ähnlich aus wie letztes Jahr also relativ starker Wind Westwind das heißt kommt Vom Land wird schön drehig.
00:16:55: Ablandig, ja!
00:16:56: Und auf jeden Fall auch fette Böen wahrscheinlich wieder.
00:17:00: Das heißt ich glaube es wird sehr viel passieren und sehr viel noch offen sein in den Rennen.
00:17:05: Das einmal so.
00:17:05: als Grund Mindset haben wir uns vorgenommen bis zum Schluss immer kämpfen und viel Ice out of the Boat sagen wir dazu immer.
00:17:14: also dass man eben die Augen draußen hat und nach dem Wind schaut.
00:17:17: das ist eben auch einer meiner Hauptaufgaben Und wir haben uns aber auch den Start nochmal genauer angeschaut.
00:17:22: Das war ja bei den letzten Events bei uns auf jeden Fall eine Schwachstelle und das, was einen am meisten die beste Chance gibt, gute Rennen zu fahren.
00:17:33: also wenn man schon mal vorne ist nach dem Start an der ersten Tonne dann ist es so viel einfacher das zu verteidigen.
00:17:39: da hoffen wir dass wir ein paar gute Starts raushauen können jetzt am Wochenende und ich glaube das wird dann auch am Ende das sein was uns ins Finale katapultieren kann.
00:17:48: Das ist ja im Grunde genau das, was dir ein normaler Lasersägler vor den anderen FX-Säglerin oder was auch immer sagt.
00:17:53: Es ist bei jeder Regatta gleich.
00:17:55: Egal ob du jetzt in so einem High-Tech-Tink sitzt wie dem F-Fiftych oder in einem ganz einfachen Laser eigentlich kommt es immer drauf an legen guten Start hin kommen gut zu ersten Tonne und dann segeln sie nach Hause?
00:18:06: Ja wobei der Start würde ich sagen in der CELGP.
00:18:09: wir machen hier einen Halbfindstart.
00:18:10: dass ist schon nochmal irgendwie eine ganz andere Dynamik dass es deutlich komplizierter ist, weil das Fliet verändert sich immer wieder.
00:18:25: Das ist ein bisschen Fliedpsychologie.
00:18:27: Was haben wir beim letzten Event gemacht?
00:18:29: Oder was macht die andere Gruppe jetzt und dann?
00:18:32: was macht unsere Gruppe im nächsten Start?
00:18:35: Da kann man irgendwie auch zu viel darüber nachdenken und dann sich wieder so'n bisschen verkopfen, dass wir versuchen, da so'ne gute Balance zu finden.
00:18:46: Aber grundsätzlich ist es, ich würde schon sagen der Staat macht bei uns mehr als fünfzig Prozent des Rennens aus.
00:18:53: Wobei das?
00:18:54: im olympischen Bereich gibt es Bedingungen da hat der Staat auch richtig hohen Wert.
00:19:00: aber ich glaube beim CEL-GP ist es noch krasser.
00:19:03: Wenn ihr jetzt vor so heim Publikum nenne ich's mal Segelt... Ist das eigentlich wirklich Rückenwind?
00:19:08: Oder kann das auch zu so einer gefährlichen Böh werden, wo man plötzlich merkt wir müssen eigentlich mutiger segeln und vielleicht mutiger als vernünftig wäre weil da so ein irrer Druck ist?
00:19:17: Weil eben das ganze Land guckt euch zu.
00:19:19: Ja also ich glaube, nee ich weiß eigentlich genau, es ist einfach geiler Rückenwind und wir haben das schon gemerkt wie hier wieder ins Saasnetz angekommen sind.
00:19:32: Wir wurden mit offenen Armen entfangen und hier laufen schon viele Supporter rum Und jetzt am Wochenende kommt dann auch noch deutlich mehr.
00:19:42: Wir haben wieder fast sold out die Grand Stance und es ist schon eine unheimlich gute Energie hier vor Ort, darauf freuen wir uns sehr.
00:19:50: und ja muss ich auch ehrlich sagen wir zähren immer noch davon vom letzten Jahr von dieser Energie und das hat uns auch echt überrumpelt.
00:19:57: da wurden alle erwartet und übertroffen.
00:19:59: Darauf freuen wir euch wirklich wieder sehr!
00:20:01: Ich glaube dass gibt uns schon sehr viel halt.
00:20:04: Ganz zum Schluss.
00:20:05: Merkst du einen Unterschied zwischen, wenn du jetzt vor den Nrfx segelst ein normales Rennen und jetzt diesem Rennen in Sassnitz?
00:20:12: Also die letzten Sekunden oder Minuten vorm Start ist da deine Nervosität auch noch mal so richtig oben also mehr als sonst?
00:20:19: Also ich weiß nicht wie es jetzt hier an Sassns wird.
00:20:22: Ich hab das Gefühl... Auch dadurch was wir.. Ich finde das irgendwie im Team so schön weil ja da ist irgendwie so die Chance dass man sich auch so gegenseitig so'n bisschen beeinflussen kann.
00:20:33: und ich finde zum Beispiel Erik ist da als generell ja sehr ruhiger Charakter, hat echt einen sehr guten Einfluss auch auf unser Team.
00:20:40: Das heißt irgendwie ja so im Team zu sechs, wenn wir da an Bord sind dann beruhigt mich das irgendwie sehr und ja ich werde schon manchmal ein bisschen nervös irgendwie vor dem Start aber sobald es dann wirklich so an den irgendwie nach zwei drei Minuten vorm Start bin ich dann irgendwie voll im Tunnel und kann das weglenden und dann ist es fast eher wieder wie so ein bisschen so ein positiver Energierausch einfach, der mir dann wieder Kraft gibt.
00:21:06: Ja schön!
00:21:07: Anna vielen Dank für das Interview und für das schöne Gespräch.
00:21:09: ich wünsche dir und euch dem Team ganz viel Glück.
00:21:11: Ich bin mir sicher ihr packt die Finals Und dann sprechen wir uns irgendwann wieder vielleicht an zu Olympia.
00:21:17: Wir gucken mal wie sich dein Leben entwickelt.
00:21:20: Also von mir und auch von der Redaktion Du hast unseren tiefsten Respekt Für den Weg den du gehst.
00:21:24: Das ist ganz toll.
00:21:24: Vielen Dank
00:21:25: Vielen Dank.
00:21:26: Wir sehen uns im Sassnitz.
00:21:31: Geht uns gerne Feedback und schreibt an podcastatjacht.de.
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