#85 Holz, Harz und ein radikaler Plan: neue Methode im Bootsbau – mit Jan Brügge von Woy Yachts
Shownotes
Bootsbaumeister und Segler Jan Brügge verbindet traditionelles Holzhandwerk mit einem Verfahren aus dem GFK-Bau: Bei der Vakuuminfusion wird der komplette Holzrumpf in einem Arbeitsgang mit Harz verklebt. Im Gespräch erklärt Jan Brügge, wie die Idee dazu entstand, welche Entwicklungsschritte erforderlich waren und warum das Verfahren schneller, sauberer und nachhaltiger ist.
Außerdem geht es um die Langlebigkeit von Holzbooten, den Einsatz von Epoxidharz und die Zukunft des Bootsbaus. Die Woy 26 ist ein radikaler Day Racer, der auf unnötige Komplexität verzichtet und für möglichst viele Segler zugänglich bleiben soll. Brügge spricht über die Finanzierung des jahrelangen Projekts, den Wandel vom ursprünglich geplanten Day Sailor zum sportlichen Day Racer und die Entstehung des Namens Woy.
Darüber hinaus berichtet der Bootsbaumeister vom großen Andrang auf der boot Düsseldorf, dem Gewinn des Awards „Europas Yacht des Jahres“ und dem Patentantrag für seine Bootbaumethode. Zum Abschluss gibt er Einblicke in seine Werft an der Schlei, die neben Neubauten auch Service- und Reparaturarbeiten anbietet, und spricht über seine Ziele für die Zukunft.
Ihr möchtet noch mehr über den Bootsbau von Jan Brügge erfahren, dann empfehlen wir folgende YACHT-Artikel: - Jan Brügge Bootsbau: Woy 28: Schier, schick und schnell - erste Bilder - Jan Brügge Bootsbau: Weiterer Preis für Woy - Holz-Infusion: Neue Fertigungsmethode innoviert Holzbootsbau
Weitere über WOY findet ihr hier.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen beim Podcast der Yacht, Europas größtem Segelmagazin.
00:00:04: Mit Journalist und Segner Tim Kruse.
00:00:07: Er spricht mit Menschen die den Wind kennen wie Verantwortung tragen und echte Geschichten erzählen.
00:00:12: Segeln für die Ohren jeden Freitag neu!
00:00:16: Heute sprechen über Holzboote.
00:00:18: das klingt nach viel Schleifen, viel Lackieren und viel Liebe zum alten Handwerk.
00:00:23: aber Bootsbaumeister Jan Brügger hat sich gedacht dass kann man irgendwie anders machen.
00:00:28: Er hat den Holzbootsbau kurzerhand mit einer Methode aus dem GFK-Bau gekreuzt.
00:00:32: Daraus seine Woi' XXVI und mittlerweile auch die Woi VIII gebaut, schnell radikal reduziert und mehrfach preisgekrönt.
00:00:41: Seine Werft an der Schlei hat ein neues Verfahren entwickelt bei dem ein kompletter Holzrumpf in einem einzigen Arbeitsgang mit Harz infusioniert wird.
00:00:49: Das ist schneller sauberer und nachhaltiger Und mit seinen Voice ist daraus ein ziemlich radikaler Dayracer geworden.
00:00:56: Jan, erst mal herzlich willkommen zum Yacht-Podcast!
00:00:59: Ja, moin Tim!
00:01:00: Ich
00:01:00: falle mal direkt mit der Luke ins Boot, erklär uns mal wie genau deine Holzinfusion funktioniert und was sie vom alten Holzbootsbau unterscheidet?
00:01:08: Also alter Holzbootbau heißt für mich klassisch... beplant so.
00:01:15: Dann gab es natürlich Entwicklungsschritte, lange Zeit wurden die Boote in Form verleimt gebaut, Holzboote da hat man schon eine sehr steife Schale und wir haben das jetzt noch einen Schritt weiter geführt und haben eben wie du's schon richtig beschrieben hast Das Vakuum Infusionsverfahren aufs Form Verleimen angewendet.
00:01:37: Das heißt Wir haben jetzt für unsere Woi-Sexundzwanzig ne CNC gefräzte Form Worüber wir trocken die Furniere auflegen, also Anpassenauflegen fixieren und dann kommt das Ganze unter eine Vakuumfolie.
00:01:55: Und dann ziehen wir das Harz da rein und verkleben das ganze.
00:02:00: in einem Schritt haben die Harzmenge da drin, die es braucht.
00:02:05: Alle Lagen sind auf einmal eng verpresst.
00:02:08: und ja das ist sehr cool jetzt zu sehen dass das auf der Form so funktioniert.
00:02:15: Ich als Nicht-Handwerker frag mich ja immer warum ist man dann nicht vor darauf gekommen?
00:02:19: Das klingt so logisch denn du hast weniger Arbeitsschritte Du hast einen kontrollierteren Harzverbrauch Du hast weniger Müll, weniger Harzdämpfe.
00:02:25: Da hätte man noch längst drauf kommen können.
00:02:27: Naja, ist immer die Frage wann wo?
00:02:30: wie setzt sich mal jemand hin und sagt Mensch wir müssen weitermachen.
00:02:36: Wir müssen uns irgendwie was Neues ausdenken.
00:02:39: das haben wir bei mir auf der Werft gemacht Und ich meine ist erstmal vielleicht auch in ein bisschen verrückte Idee zu sagen okay ich Also man muss erst einmal beides kennen Ja.
00:02:51: Das ist natürlich die Grundvoraussetzung.
00:02:53: und dann sich noch überlegen, okay vielleicht kann ich es irgendwie zusammenbringen?
00:02:58: Und so viele Holzbootsbauer, die dann auch noch irgendwie mit Kunststoffe auskennen gibt das glaube ich nicht weil an und für sich ist die Bootsbraubranche schon relativ überschaubar.
00:03:11: Ja ja
00:03:12: auf jeden Fall!
00:03:12: Wie lange hast du gebraucht bis das Verfahren funktionierte?
00:03:15: Weil das ist ja ein ewiger Prozess eigentlich.
00:03:17: Ja, da haben wir schon einige Schritte gebraucht.
00:03:20: Wir haben erst mit so kleinen Probestütten angefangen.
00:03:24: Die waren so ... die na Vier groß, die Ersten.
00:03:28: Dann wurden die Schrittfische größer und dann haben wir einen Quadratmeter gemacht.
00:03:32: Und so haben wir uns langsam daran getastet.
00:03:36: Aber das war schon über Monate und am Ende auch über Jahre hat sich das hingezogen bis dann wirklich die erste Woi-Sixundzwanzig fertig waren?
00:03:47: Ist es jetzt ausgereift?
00:03:48: Ja, doch.
00:03:50: Das war natürlich für mich auch noch mal ein richtig cooler Schritt zu sehen wie das dann auf der Form wirklich in Gänze funktioniert weil einfach das Ergebnis was daraus kommt ist schon ziemlich cool.
00:04:04: also die ganzen Phonierschichten auf einmal verpresst Die sind dann tatsächlich glatter raus als ich es erwartet habe.
00:04:14: Du hast das Ganze, also diese riesige Entwicklung die ja dann doch über Jahre ging selbst finanziert.
00:04:20: Ich behaupte mal als mittelständisches Unternehmen ist das ein Projekt wo man sagen kann im Nachhinein vielleicht ich war ganz schön verrückt oder?
00:04:27: Ja allerdings!
00:04:29: Komplett selbst finanziert, wir haben auch mal eine Förderung dafür bekommen vom Bundeswirtschaftsministerium.
00:04:35: Wir haben mit einer Uni zusammen gearbeitet die uns auch dabei unterstützt hat und so kommen dann einige Dinge zusammen.
00:04:42: im Endeffekt habe ich selbst bei mir in Betrieb den Mut gehabt das durchzuziehen.
00:04:47: Das kann man schon sagen.
00:04:49: Ja jetzt sagst du dass das Verfahren auch nachhaltiger ist und trotzdem gehen da vierzig bis fünfzig Kilo Epoxid Harz durch.
00:04:57: Wie groß ist der ökologische Vorteil wirklich?
00:04:59: Man hat weniger Harzüberschuss, weil wirklich das Harz reingeht was man auch braucht.
00:05:04: Man kommt nicht um Epoxidharz drum herum Das muss man schon so sagen.
00:05:09: Für mich ist der wichtigste Schritt der Nachhaltigkeit da drin eigentlich zu sagen okay wir können wieder sinnvoll mit Holz bauen Weil Holz an und für sich einfach ein sehr nachhaltiger einfach nachwachsender Rohstoffe ist dass es für mich eigentlich der wichtigeste Aspekt dabei.
00:05:28: Siehst du da drin die Zukunft, weil man hat ja immer gesagt so GFK ist so praktisch und schnell und irgendwie auch billig.
00:05:35: Und jetzt hast Du diese Methode entwickelt, die ja eventuell auch so richtig was Neues entzünden könnte.
00:05:39: siehst Du darin eigentlich die Zukunft des Bootsbaus dass wir von diesen Gfk Plastikbommern bekommen?
00:05:44: Das wird glaube ich noch eine Weile dauern, weil nach wie vor die Boote, die wir bauen sind schon am Ende noch handwerklich gefertigt GFK Serienbau ran, weil da einfach natürlich über rohe Stübzeilen Effekte sind die wir jetzt noch nicht erzielen können.
00:06:05: Aber ich glaube schon dass wieder eine spannende Nische haben, die auch wieder wachsen wird.
00:06:11: Weil das schöne an Holzboten ist einfach, dass sie unglaublich langlebig sind!
00:06:16: Also wir haben bei uns im Winterlager Boote, die sind fünfzig-sechzig Jahre alt.
00:06:23: Da gibt es einige.
00:06:24: Es gibt dann zwischen auch mal ein Boot was irgendwie hundert Jahre alt ist.
00:06:28: gerade diese Woche war ich auf einem Boot das sogar noch älter ist.
00:06:33: Das ist schon verrückt wie lange Boote wenn sie dann auch gut gepflegt werden überleben.
00:06:40: Genau und das ist eben bei GFK Nicht ganz
00:06:43: so.
00:06:43: Genau, nicht dafür gemacht sind einfach dass sie halt nur eine gewisse Zeit halten und dann weiß man dann sind Sie irgendwann durch sage ich jetzt mal so Salon sondern die eigentlich für die Ewigkeit gemacht sind.
00:06:57: Ging es bei der Entwicklung auch um deine Gesundheit als Bootsbauer weil in diesem Verfahren wirst du sicherlich weniger Dämpfe einatmen als bei der herkömmlichen Art oder?
00:07:05: Ja genau Das ist schon ein ziemlich guter Effekt dabei, dass man nicht so großflächig bei der Verleimung mit dem Epoxy in Berührung kommt.
00:07:16: Aber das war jetzt nicht der Fokus!
00:07:20: Das ist ein
00:07:20: netter Side-Effekt.
00:07:21: Seideffekten sehr wichtiger und schöner aber das stand nicht im Fokus.
00:07:29: Für alle die uns zuhören, ihr müsst das auch mal googeln, die Voi-Sixundzwanzig zum Beispiel also voY Wo kommt euch der Name her?
00:07:36: Es gab so ein Projektname.
00:07:38: Der war dann aber irgendwann so, oh nee das... Da müssen wir noch mal ran.
00:07:42: und dann haben wir uns einen Tag Zeit genommen, einen kleinen Workshop gemacht und überleg okay was könnte ein cooler Markenname sein?
00:07:51: Und da ist dann Woi bei rausgekommen.
00:07:53: Das ist so abgeleitet von Woden Yacht Einfach ja irgendwie ein Phantasiename.
00:07:57: Aber ich finde das klingt ganz gut ist rund und stimmt.
00:08:03: Ja, finde ich auch muss wir auch immer international funktionieren.
00:08:06: also ich denke dann an die Engländer, die würden es vielleicht woi aussprechen?
00:08:10: Dann hast du die Franzosen, die das weh ja quasi in ihrer Sprache gar nicht haben.
00:08:17: Also ich wollte nur sagen draußen, die uns zuhören Guckt euch die Woel-Sächsen-Zwarzig mal bei Google an oder eben bei Jan auf seiner Homepage.
00:08:23: Die schreiben wir euch in die Show Notes rein, das ist ein so wahnsinnig schönes Boot und ich finde es so radikal!
00:08:29: Es hat keine Aufbauten, keinen Traveller, kein Achterstag... Nicht mal eine Reffmöglichkeit fürs Großsegel.
00:08:35: Es ist unglaublich schön.
00:08:36: wie kamst du auf diese Radikalität?
00:08:38: Weil das muss man ja als Segler wollen.
00:08:41: Ja genau Ich segle super gerne mein ganzes Leben lang schon Segel auch immer wieder Regatten, bin dann sportlich unterwegs und das war so mit einem Ziel.
00:08:52: Das zu verbinden.
00:08:53: einfach ein radikales Boot was Spaß macht beim Segeln performantes Boot Und ich meine dass wir mir auch in Anliegen zu zeigen Was Holz eigentlich kann weil ich glaube es wird oft unterschätzt wie viel Leistungsfähigkeit in diesem Werkstoff steckt wenn man ihn richtig einsetzt.
00:09:13: Wir haben das zweite Boot.
00:09:14: Das wiegt jetzt noch mit einer ganze Menge Technik, Tausendfünfzig Kilo was für die Bootsgröße echt ein super Gewicht ist womit man dann echt schnell unterwegs sein kann und sehr direkt einfach wie auf der Jolle das Segeln spürt.
00:09:30: Das macht auch wirklich Spaß auf dem Boot.
00:09:34: Diese ganze Kombination einfach ein sehr direktes Boot, was sich trotzdem aber komfortabel und sicher segeln lässt.
00:09:42: und dann eben auch noch etwas fürs
00:09:44: Auge.".
00:09:45: Ja genau!
00:09:46: Und du wolltest ja ursprünglich – wenn ich das richtig verstanden habe – einen Day-Sailor bauen?
00:09:50: Und rausgekommen ist dann irgendwie so'n Day-Racer….
00:09:53: Ist das Ganze dir schneller und radikaler geraten als du eigentlich
00:09:56: wolltest?!
00:09:58: Eigentlich das Ziel war schon immer so gegeben, ein sportliches Boots zu bauen und genau hinterher als Bootern fertig war.
00:10:08: War das so bisschen der Gedanke zu sagen vielleicht ist es kein Day-Sailor sondern ein Day-Racer geworden.
00:10:16: Schön!
00:10:18: Du hast ausdrücklich gesagt, dass du kein Hightech-Spielzeug bauen willst.
00:10:22: Also keine Foils, keinen Neigekiel und so.
00:10:24: Und es kam auch mal zu dieser Begriff auf.
00:10:26: wir wollen etwas bauen was du ohne Helm segeln kannst.
00:10:29: Wo liegt für dich die Grenze zwischen Performance und Übertreibung?
00:10:32: Wie hast du rausgekriegt wie weit du gehen willst und kannst?
00:10:36: Ohne dich dann selbst auch zu verleugnen?
00:10:37: in Keep It Simple!
00:10:39: Ja gute Frage Da gehört für mich zu genau, dass es einfach so für jedermann segelbar ist.
00:10:46: Ich würde zum Beispiel immer mal wieder auch darauf angesprochen ja warum hast du keinen Trapez angebaut?
00:10:54: Trapezsegeln ist einfach nochmal eine Nummer anspruchsvoller als sich einfach auf die Kante zu setzen.
00:11:01: und so wie das Boot jetzt ausgelegt ist kann jeder mit losfahren und kann wirklich ganz direkt das Segeln spüren ohne dass man jetzt wirklich krasse Spezialkenntnisse haben muss.
00:11:15: Man kann natürlich auch ans Limit gehen mit dem Boot und das Boot richtig pushen, und da ziemlich viel rausholen.
00:11:22: aber ist es eben so, Bandbreite möglich ist.
00:11:27: Das finde ich auch insgesamt das Schöne am Segeln, dass es einfach so facettenreich ist.
00:11:34: Man kann mit einem ganz kleinen Boot segeln und man kann mit dem ganzen großen Boot segelnden.
00:11:38: Man kan alleine segeln mit vielen Leuten, man kann eben das auf einem super professionellen Rune Level machen oder einfach nach Feierabend zum Spaß.
00:11:52: Und da deckt, glaube ich die Voi-Sächsen-Zwanzig auch ein ziemlich großes Spektrum ab.
00:11:57: Auch wenn sie erstmal performant daherkommt aber eben ohne diese speziellen Geschichten wie Vollen und so weiter was du gerade genannt hast.
00:12:09: Da bin ich ganz glücklich mit dem Mix.
00:12:12: Du hast gesagt das Boot wiegt tausend Kilo?
00:12:13: Was haste für'n Kiel?
00:12:15: Das ist ein T-Kiel, eine Carbonfinne mit einer Bleibombe und das Ganze kann man auch hochfahren.
00:12:23: Es ist ein hydraulischer Hubkiel drin so dass man den Tiefgang auch reduzieren kann weil wir haben bei dem Boot einen Meter neunzig Tiefgank was schon eine ganze Menge für die Bootsgröße ist.
00:12:35: wenn man irgendwo einen Liegeplatz hat mit weniger Wasser kann man das Boot auch gut benutzen.
00:12:40: gerade glaube ich auf den süddeutschen Sehen In der Mitte des Sees ist es überall tief, aber in den Liegeplätzen ist es flach und das wird auch extremer über die Jahre.
00:12:52: Ja
00:12:52: ja, eindeutig!
00:12:55: Genau deswegen kann man damit dann ganz gut agieren.
00:12:58: Außerdem ist es praktisch zum Trailern wenn man den Key ein bisschen hochziehen kann.
00:13:02: und da mich so'n super rohes Boot dastehen hat.
00:13:06: Absolut und ich denke als Segler gleich wieder daran, also eine Hydraulikanlage ist ja auch wieder ein Knackpunkt, kann kaputt gehen.
00:13:12: oder sagst du so naja das Ding kriegste nicht kaputt?
00:13:14: Das muss man einmal richtig einstellen am Anfang und dann ist eine Hydraulikanlage ziemlich stabil.
00:13:24: Jeder Bagger hat funktioniert mit ganz viel Hydraulikum.
00:13:29: Und dann habe ich noch eine Frage zum Großzäge, warum hast du es ohne Reffenmöglichkeiten gebaut?
00:13:34: Es ist so, man kann natürlich auch ein Großsegel auf dem Boot fahren mit Ref.
00:13:40: Aber erst mal war der Gedanke okay es ist wirklich ein Spaßboot.
00:13:43: da fährt man jetzt nicht mit raus wenn's mega kachelt sondern man fährt dabei bei schönen Wetter mit raus... ...wenn die Bedingungen passt und dann braucht man auch kein Ref im Großseg.
00:13:56: Jetzt hast du die Voi-Sixundzwanzig gebaut, die Voy-Achtenzwanzzig gibt das jetzt auch schon?
00:14:01: Die liegt auf dem Bodensee, hast du mir eben erzählt.
00:14:03: Hast Du Im Hinterkopf ist so ein bisschen, dass du einen Klassiker bauen willst.
00:14:07: Dass man irgendwann sagt in den zwanzig-dreißig Jahren die Woi das Ding was du haben musst?
00:14:13: Das wäre cool wenn es da drauf wird.
00:14:16: Ja klar!
00:14:18: Da würde ich mich sehr freuen.
00:14:19: Mal schauen was da die Zukunft jetzt zu bringt.
00:14:23: Ich glaube das Boot hat Potenzialen und ich habe ja auch viel Zuspruch dafür bekommen.
00:14:29: Du warst auch auf der Boot in Düsseldorf und hast da eben deine Woi präsentiert.
00:14:34: Erzähl doch mal, wie das für dich war!
00:14:36: Ich glaube du warst kannst du überrascht dass du eigentlich so eine Art Zentrum von der Boot wurde?
00:14:41: Du wurdest ja überrannt.
00:14:43: Ja, das war schon spannend.
00:14:46: ich bin ein paar Mal auf der boot gewesen als Besucher aber auch eher ich sag mal so bieturbielmäßig um da Kontakte also Leute zu treffen aus der Branche relativ gezielt.
00:14:59: Deswegen habe ich mich da nie so intensiv mit auseinandergesetzt, was eigentlich für eine Bedeutung die Boot hat.
00:15:05: Und ich war da schon sehr überrascht wie international das Publikum ist.
00:15:11: Wir haben mindestens den halben Tag Englisch gesprochen dort.
00:15:15: Ich war auch überraszt, wie interessiert auch die Branche und die großen Sereniersteller sind.
00:15:22: Viele vorbeigekommen sich das angeschaut und sich mit uns ausgetauscht... hat mich schon sehr gefreut.
00:15:29: Hast du nicht ein bisschen Angst, dass die deine Methode klauen?
00:15:32: oder sagst du so nee das ist ein Open Project.
00:15:33: ich freue mich wenn mehr Holz verbaut wird?
00:15:36: Ich würde natürlich schon diesen Vorsprung den wir jetzt haben gerne erstmal selbst nutzen.
00:15:42: letztendlich wer fiffig ist der kann da auch selbst das hinkriegen das anzuwenden.
00:15:48: aber das braucht dann Ein bisschen Erfahrung und Entwicklung braucht das schon.
00:15:53: Das heißt, ich glaube da kann sich jetzt nicht einfach so irgendjemand hinstellen und sagen Ich mach dass auch mal klar ist es immer bei jeder Infusion Bei jedem neuen Bauteil Auch im Kunststoff ist das ist da immer auch ein ziemlich hohes Risiko dabei.
00:16:08: So und da sind auch schon mal Projekte schief gegangen.
00:16:11: Und wenn man eine Infusion schief geht dann ist das ganze bauteil Dann hat man der erstmal einen Riesenhaufen Schrott muss man schon mit Bedacht ran gehen und das sauber aufziehen.
00:16:25: Und könntest du dir das Ganze irgendwie patentieren lassen, dass du sagst es ist deine Methode die nur du verwenden dürftest?
00:16:31: Ich hab' das zum Patent angemeldet aber so ein Patentverfahren das dauert ziemlich lange.
00:16:40: also ich warte da im Moment auf eine Rückmeldung, dass das wirklich fertig durchgeht... Aber es ist zum Patente angemeltes Verfahren!
00:16:48: Lass uns zum Schluss noch ganz kurz über deine Werftreden an der Schlei.
00:16:52: Ihr habt so eine Art Schleibootverband, es sind viele kleine Werften wie deine und ihr unterstützt euch gegenseitig dann auch mit Fachkräften und Know-how.
00:17:00: Erzähl's ein bisschen wie das funktioniert weil ich glaube ohne das Ganze hättest du nie diese Entwicklung hinlegen können.
00:17:05: Genau, also an der Schleider ist schon ein bisschen der Mecker des Bootsbaus.
00:17:11: Ich glaube es sind tatsächlich die höchste Werftendichte in Deutschland dort und da sind auch wirklich viele nette Bootsbauer mit denen man sich gut austauschen will.
00:17:23: Das ist einfach hier eine gute Stimmung und ja man hilft sich gegenseitig, man tauscht sich fachlich aus und deswegen einfach glaube ich auch das nötige Klima dafür da, um schönen Bootsbaut zu machen.
00:17:38: Ja!
00:17:39: Es klingt für mich von außen so als ob ihr so ein heimlicher Bund seid der sich gegenseitig unterstützt und zwar irgendwie auch in Konkurrenz ist aber trotzdem sagt so ne wenn wir paar Werften hier an der Schlei gemeinsam zusammenhalten sind wir eventuell stärker als diese Riesenbootsbauer.
00:17:54: Das hat sich hier glaube ich einfach so entwickelt dass es immer schon viele Werften gab Und dann immer mal wieder auch eine neue werft.
00:18:04: Das ist so der Gedanke und man hat immer wieder Berührungspunkte, dass man sagt okay ich habe jetzt hier ne Anfrage das ist ein Projekt, das passt nicht hundertprozentig zu mir.
00:18:15: Das schicke ich mal weiter zu.
00:18:17: jemand anders wo ich weiß der ist da mehr spezialisiert.
00:18:21: Oder wenn man weiß, okay ich hab jetzt hier echt eine knifflige Aufgabe.
00:18:27: Irgendjemand anders hat schon mal was Ähnliches gemacht.
00:18:29: dann frag' ich den einfach mal hier, was hast du für Erfahrung gemacht?
00:18:33: Und so ein Klima und das bringt natürlich am Ende alle weiter.
00:18:36: Das ist klar!
00:18:37: Und das ist hier glaube auch allen bewusst und deswegen funktioniert das so gut.
00:18:42: Zum Schluss, was ist denn dein Ziel?
00:18:44: also?
00:18:44: möchtest du irgendwann die Möglichkeit haben dass du wirklich viele Voice im Jahr bauen kannst oder vielleicht sogar im Auftrag bauen lässt?
00:18:51: Wo ist dein Ziel für die nächsten Jahre?
00:18:54: Mein Ziel ist, wir machen ja zwei Erleidinge.
00:18:58: Wir machen Neubau und genauso auch Servicereparaturen und andere spannende Projekte.
00:19:05: Im Moment ist das so, dass schon diese Neubaugeschichten das andere ein bisschen überdecken oder überstrahlen.
00:19:14: Manchmal habe ich da schon Sorge, dass dadurch manche Leute irgendwie gar nicht zu uns kommen.
00:19:18: Weil sie denken naja die wollen ja eh nur Neue machen.
00:19:21: aber das ist schon so, dass wir auch da im Service und Reparaturbereich echt spannende Projekte haben also gerade eben diese alten Holzboot.
00:19:31: jetzt geht wahrscheinlich in den nächsten Wochen ein Projekt los Das is'n Boot!
00:19:36: Da segelt jetzt die vierte Generation dran und das hatte einen Schaden, jetzt ein ziemlich großen Schaden.
00:19:47: Und das ist dann halt super spannend auch diese Geschichte dahinter zu sehen oder was da hintersteckt dass die einfach sagen okay wir haben das schon so lange und jetzt müssen uns auch überlegen.
00:19:57: Jetzt die Jüngsten wollen die das auch so weiter führen?
00:20:02: Das sind spannende Projekte!
00:20:04: die wir auch machen und die mir genauso Spaß machen wie der Neubau, weil deine eigentliche Frage war ja wo ich hin möchte.
00:20:13: Und ich habe jetzt meine Werft seit zehn Jahren.
00:20:17: Ich hab alleine angefangen und ich habe mir am Anfang gesagt okay, ich möchte wirklich einen Betrieb aufbauen.
00:20:23: Ich möchte nicht einfach als Einzelkämpfer unterwegs sein sondern will wirklich ein Betrieb.
00:20:33: gelungen, da bin ich auch echt stolz drauf.
00:20:35: Das hat für mich aber auch bedeutet dass sich halt dann immer weniger in der Werkstatt war und wenig Bootsbau gemacht habe wo mein eigentliches Talent liegt und ich freue mich jetzt darauf das es im Moment bei uns alles gut läuft und ich vielleicht in den nächsten Jahren auch den Freiraum habe wieder selber Bootsbau zu machen.
00:21:01: Das ist mein Ziel.
00:21:03: Ja, das ist immer das Problem wenn man erfolgreich ist.
00:21:05: Man ist dann gar nicht mehr in seinem Beruf richtig tätig sondern plötzlich ist man so Business-Man und sowas.
00:21:09: Ist auch etwas woran man sich gewöhnen muss?
00:21:13: Auf der Boote in Düsseldorf gibt es immer die Flagship Night.
00:21:16: Da werden die besten Boote des Jahres gekürt und das hast du dann erst seit zehn Jahren und plötzlich stehst du in der Flagship night da und gewinst auch noch die Yachtesjahres den Award.
00:21:26: Das ist ja völlig unfassbar!
00:21:28: Damit kann man halt auch nicht rechnen.
00:21:30: und erzähl uns doch ganz kurz zum Schluss, wie das für dich war als du dann plötzlich auf die Bühne gerufen wurdest.
00:21:34: Ja, das war sehr cool weil wirklich bis zuletzt habe ich es nicht gewusst ob wir jetzt überzeugen konnten oder nicht Und dass war für mich auch schon immer so der Preis im Bootsbau also So der Oskar in Bootsbau und das jetzt zu schaffen mit einem eigenen Boot Das hat mich schon schon sehr Stolz gemacht, da kann ich einen großen Haken machen.
00:22:00: Das hat funktioniert.
00:22:02: deswegen war das irgendwie auch für mich einfach ein riesen Meilenstein und Ich bin jetzt erst mal stolz auf dass wo wir stehen, wo wir bis jetzt hingekommen sind Und bin sehr gespannt wie uns das jetzt weiterfühlen wird.
00:22:18: Ja vielen Dank ehrlich du hast unseren tiefsten Respekt.
00:22:21: also die ganzen Kolleginnen Kollegen von der Yacht die ja mitgekürt haben, das Boot, die Woi-Sixundzwanzig und alle sagen so mein Gott.
00:22:29: Was hat der Typ da gebaut und gezaubert?
00:22:31: Und für neue Techniken entwickelt?
00:22:33: du bist er echt ganz vorne und deshalb danke fürs Gespräch und herzlichen Glückwunsch!
00:22:37: Vielen Dank!
00:22:40: Das war der Segel Podcast der Yacht jeden Freitag noch.
00:22:44: Gebt uns gerne Feedback und schreibt an podcastetjacht.de.
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