#82 Seekrankheit verstehen und gezielt bekämpfen – mit Fachärztin Kristina Rechenbach

Shownotes

Segeln steht für Freiheit, Weite, Abenteuer. Und doch gibt es kaum etwas, das diese Sehnsucht so abrupt stoppen kann wie Seekrankheit. In dieser Folge spricht Timm Kruse mit Kristina Rechenbach, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, leidenschaftlicher Skipperin und Expertin für Seekrankheit. Kristina kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Früher wurde ihr an Bord regelmäßig schlecht, unter Deck hielt sie es kaum aus.

In der Episode erklärt sie, was bei Seekrankheit im Körper und im Gehirn passiert. Die Expertin spricht über den Einfluss von Stress, Konditionierung und früheren Erfahrungen. Sie stellt einen Ansatz vor, der an den Ursachen ansetzt und den Körper unterstützen soll, mit den widersprüchlichen Sinneseindrücken auf See besser umzugehen. Dafür bietet sie bestimme Seminare mit Thomas Bickhardt am Tillit-Institut an. Darin geht es auch um konkrete Übungen und ihre persönliche „Toolbox“ für schwierige Situationen an Bord. Gemeinsam mit Timm Kruse räumt sie mit Mythen und Vorurteilen rund um Seekrankheit auf. Die Ärztin gibt praktische Tipps für Skipper, Crews und Segelneulinge.

Weitere Informationen zu den Seminaren finden Sie auch auf: www.seekrankheit.org und seasickness.org

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Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen beim Podcast der Yacht, Europas größtem Segelmagazin.

00:00:04: Mit Journalist

00:00:05: und Segner Tim Kruse.

00:00:07: Er spricht mit Menschen die den Wind

00:00:08: kennen wie Verantwortung tragen und echte Geschichten

00:00:11: erzählen.

00:00:12: Segeln für die Ohren jeden Freitag neu!

00:00:16: Wir müssen mal eines klar festhalten wir haben da draußen nichts verloren.

00:00:20: Wir sind Land-Lebewesen aber es zieht uns halt raus aufs Meer ins Unendliche in dieser Freiheit?

00:00:26: Aber wir zahlen einen Preis – die Seekrankheit.

00:00:28: Sie kann jeden und jede jederzeit treffen.

00:00:32: Aber warum spielt unser Gehirn auf sie überhaupt verrückt?

00:00:35: Was hilft wirklich, und gibt es vielleicht sogar Möglichkeiten, Seekrankheit dauerhaft in den Griff zu bekommen?

00:00:40: Und ich verrate euch schon mal ja die gibt es tatsächlich!

00:00:43: Wir hatten vor kurzem schonmal das Thema hier und das Klang alles so schön um wahrzusehen.

00:00:47: Deshalb habe jetzt noch einmal Christina Rechenbach eingeladen.

00:00:50: Sie ist Fachärztin für Orthopädie-und Unfallchirurgie selbst leidenschaftliche Skipperin und arbeitet mit einer Methode, die den Körper dabei unterstützen soll diesen widersprüchlichen Sinnes-Eindrücken auf See besser zu begegnen.

00:01:02: Also das Meer ist schief mein Körper ist gerade und das wechselt die ganze Zeit.

00:01:07: ich werde sehkrank Und dagegen gibt es eine Methode die hilft.

00:01:11: Christina erstmal herzlich bekommen.

00:01:13: zum Yacht Podcast

00:01:15: Ja vielen Dank.

00:01:15: Ich freue mich hier zu sein.

00:01:17: Du selbst bist Skipperin und wurdest jahrelang auch wirklich schrecklich sehkrank Und du hast jetzt diese Methode erst mal in einem Seminar beigebracht bekommen.

00:01:27: Hast sie da erlernt?

00:01:28: Bist du mittlerweile selbst Ausbilderin dieser Methode und du wirst tatsächlich nicht mehr sehkrank?

00:01:34: Ich werde tatsächlich nicht mir sehe krank, ja!

00:01:35: Das klingt verrückt.

00:01:36: was also?

00:01:37: das kann man gar nicht glauben.

00:01:39: dass das ging mir außer als ich das erste Mal von der Methode gehört habe.

00:01:42: Ich fand es wahnsinnig schlüssig.

00:01:43: damals war das in dem Jachtartikel der vor etwas über drei Jahren erschienen ist und daraufhin habe ich mich sofort angemeldet zum Training und fand die Methode hochspannend, hochinteressant.

00:01:54: auch sicherlich durch meinen medizinischen Hintergrund konnte ich damit sehr schnell viel anfangen.

00:01:59: Und nachdem ich das Training dann durchgeführt habe bin ich kurz danach auf eine Regatta mitgefahren nur als Crew ohne Verantwortung oder nix und hab dann jeden Tag ganz fleißig alles gemacht was ich in dem Training gelernt habe und hab ganz viele schiefe Blicke akzeptieren müssen.

00:02:17: Weil alle sich gefragt haben, was macht sie da eigentlich?

00:02:20: Das ist doch völlig irre!

00:02:23: Und am Ende der Woche stand ich unter Deck und hab gekocht.

00:02:26: Ich war außer mir vor Freude weil das nie möglich war dass ich länger als dreißig Sekunden Unterdeck verbringe ohne dass mir kotze übel wird.

00:02:34: Also wir wollen die Leute jetzt hier auch nicht auf die Folter spannen.

00:02:36: Was hast du denn gemacht?

00:02:38: In dem Training gibt es drei verschiedene Aspekte, die letztendlich in Zusammenhang dafür sorgen, dass wir Sehkrankheit loswerden können.

00:02:46: Das eine ist die sensorische Diskrepanz das im Prinzip unsere Augen etwas anderes an das Gehirn senden als unser Gleichgewichtsorgan und unser Tiefensinn.

00:02:54: Und diesen Widerspruch muss man los werden.

00:02:57: Wir müssen lernen, Balance zu halten ohne unsere Augen zu nutzen.

00:03:02: Nicht ständig nach einem Fixpunkt gucken uns orientieren an den geraden Linien, an den rechten Winkeln Unterdeck.

00:03:08: Wenn wir unter Deck gehen, deutet alles darauf hin, dass wir uns in einem Haus oder ein Zimmer in einer Wohnung befinden.

00:03:14: und daraus kommt dann der Rückschluss das unser Gehirn denkt oh ja cool ich bin jetzt an dem festen Ort aber unsere Innenuhr unserer tiefen Sinn meldet ans gehörendes stimmt eigentlich gar nicht.

00:03:25: und in den Moment wo wir diese beiden Sinne voneinander entkoppeln wenn es darum geht gleichgewicht zu halten besteht dieser Konflikt nicht mehr.

00:03:33: Und das kann man über diverse Gleichgewichtsübungen, unsere Übung die wir in erster Linie machen nennt sich Girozentrik-Übung.

00:03:40: Die wir auf unseren Tillet-Brettern den so ähnlich wie Balance-Brettern eben einstudieren und da gibt es so Methoden wie man das an Bord dann letztendlich üben kann.

00:03:49: Das ist der erste Baustein!

00:03:50: Also für euch, wir schreiben das natürlich alles in die Show Notes auch alles übers Tillett-Institut diese riesige Forschung zur Sehkrankheit und was für Bretter es da gibt und wo man vor allem solche Seminäre buchen kann.

00:04:00: Beschreib es doch noch mal, also die sensorische Diskrepanz.

00:04:03: Das ist genau das... Also quasi der Horizont ist schief!

00:04:06: Ich stehe gerade, das wechselt die ganze Zeit hin und her und dadurch weiß mein Körper einfach nicht mehr was los ist.

00:04:10: Solange die Sinne an meinen Gehirn gesendet werden sich nicht widersprechen, ist es zwar anstrengend und auch mal nervig aber in der Regel führt das nichts zu den allerextremsten Symptomen.

00:04:20: Erst in dem Moment wo das was wir sehen nicht mehr übereinstimmt mit dem was wir fühlen und wie unser Gleichgewichtsorgan die Umgebung wahrnimmt erst dann entsteht diese Diskrepans- und der Widerspruch.

00:04:30: Die führt letztendlich zu einer Reaktion vom Nervensystem, weil das Nervensystem uns retten will in dem Moment wo eine vermeintliche Lebensgefahr besteht.

00:04:38: Okay und dann falle ich in so ein Art Freeze-Modus bin eigentlich zu gar nichts mehr in der Lage.

00:04:43: im schlechtesten Fall wird man auch noch so schlecht dass sie mich ja noch übergebe und bin eigentlich auch nicht mal einsatzfähig muss man eben auch sagen?

00:04:49: Ja ganz genau!

00:04:50: Und das ist so verrückt weil wir natürlich... Kognitiv analysieren und sagen, wenn ich in den Freeze-Modus rutsche, ist das gefährlicher.

00:04:57: Ich kann mich nicht mehr an Sicherheitsmaßnahmen halten

00:05:01: und

00:05:01: bin für die Crew keine Hilfe mehr.

00:05:03: Unser autonomes Nervensystem ist rudimentär.

00:05:07: Das wurde vor Tausenden von Jahren durch die Evolution entwickelt.

00:05:11: Da hilft die beste Analyse nicht.

00:05:13: Und da hilft auch das Gut gemeinte zusammenhilft auch nicht.

00:05:16: Die Prozesse greifen egal wie klug oder analytisch darüber nachdenken.

00:05:21: Der nächste Baustein des Trainings ist eben, dass wir in diese Nervensystemregulation die ein ganz natürlicher Prozess ist.

00:05:28: Die bei jedem Menschen passiert und auch sinnvoll ist.

00:05:31: Dass wir Gefahrensituationen wahrnehmen, analysieren und eine Sicherungsreaktion haben zur Verfügung.

00:05:38: Egal früher hieß es immer Fight and Flight also muss ich jetzt kämpfen oder muss sich fliehen.

00:05:43: aber da geht das ja auch gerade beim Segeln um die einfachsten Dinge wie Ich muss mal reffen Das hat ja mit Kämpfen und Fliehen erst mal nichts zu tun, aber da brauche ich auch eine Aktivierung.

00:05:52: Wenn ich tief entspannt bin, kann ich nicht reffen!

00:05:56: Die Aktivierungen des Nervensystems ist essentiell und die wollen wir auch nur.

00:06:00: diese Überregulation dieses Bild von dem Kaninchen vor der Schlange das einfriert und sich selber nicht mehr in Sicherheit bringt weil es hofft dass die Schlange den Kaninchern nicht erkennen kann wenn es erst starte.

00:06:10: Das hat zwar seine evolutionäre Bedeutung ist aber in dieser Situation völlig fehl gesteuert.

00:06:15: Und dann gibt man diesen Drittpunkt Konditionierung und Stress.

00:06:18: Also wenn ich gestresst an Bord gehe, werde ich eher sehkrank?

00:06:21: Ganz genau.

00:06:21: Also erst mal Stress empfinden ist ja wahnsinnig individuell!

00:06:25: Wir haben alle ein ganz persönliches Stresslevel.

00:06:28: wo wir irgendwo durchdrehen oder ausrasten und das ist auch bei jedem Menschen Tagesform abhängig ist auch ganz normal.

00:06:34: Und wenn wir jetzt aber... Was weiß ich, uns den Wetterbericht angucken und dann schon ein bisschen angespannt sind.

00:06:40: Vielleicht irgendwie Crewmitglied dabei ist mit dem wir vorher schon mal Schwierigkeiten hatten.

00:06:44: Vielleicht mögen wir den Skippa auch nicht oder uns ist die Strecke eigentlich zu weit?

00:06:48: Oder was es immer ist, das sind alles einzelne Stressfaktoren, die noch dazu eine wichtige Rolle spielen.

00:06:55: Und wie viel Wind und Welle braucht es denn noch wenn ich schon mit dem Stress aus dem letzten Mietling von der Arbeit an Bord gehe mit meinem Partner in die Haare gekriegt habe oder ich gestern Abend da doch noch mal einen Bier mehr getrunken hab als nötig war.

00:07:12: Das sind ja alles Punkte, die dazu führen dass unser Stresslevel schon hoch ist und dadurch sind wir viel empfänglicher.

00:07:19: und wenn wir das zusammenbringen mit der Konditionierung ist dieser andere Aspekt eben ganz wichtig zu verstehen.

00:07:26: Wenn wir schon mal sehr krank waren ist es als wahnsinnig negative Erfahrung gespeichert im Gehirn.

00:07:32: Unser Gehirn und unser Nervensystem möchte negative Erfahrungen nicht wiederholen.

00:07:36: Das heißt, die Alarmglocken schlagen dann schon wenn wir nur den Wetterbericht durchlesen oder wenn man nur die Strecke abstechen oder wenn wir einkaufen gehen.

00:07:47: Das gibt Leute, denen es schlecht ist bevor sie überhaupt an Bord gegangen sind.

00:07:50: Und das hat dann nichts mit der sensorischen Diskreprenz zu tun sondern das hat mit der negativen Konditionierung zu tun und diesem sich ausgeliefert fühlen und in dieser Situation sich gefangen zu fühlen wo man eigentlich das geführt.

00:08:02: ich kann gar nicht machen Ich kann nichts machen!

00:08:04: Ich bin eben komplett ausgelievert.

00:08:06: Ja jetzt gibt's Menschen die wahnsinnig schnellsehkrank werden auch wenn sie nicht gestresst sind und andere die weniger schnell seh krank werden.

00:08:12: liegt das Also Menschen, die zum Beispiel einen schlechten Gleichgewichtssinn haben?

00:08:17: sind sie dann bevorteilt.

00:08:18: Weil das gar nicht so mitkriegen, wenn es alles schief ist?

00:08:21: Wenn man einen sehr guten Gleichgewichtssinn hat der sich stark über die optische Referenz orientiert, ist das auf jeden Fall ein Problem.

00:08:30: Ach okay!

00:08:30: Wenn Leute sagen, Sie werden sehkrank obwohl Sie nicht gestresst sind, würde ich erst mal behaupten dass das nicht die ganze Wahrheit ist.

00:08:37: Ich werde viele merken den Stress halt nicht oder bzw glauben dass der persönliche Stress, den sie immer haben ganz normal wäre.

00:08:43: Und es ist dann auch gut zu sehen, dass das vielleicht nicht so normal ist?

00:08:45: Ja, ganz genau und ich glaube, dass da eine große Komponente ist die man unterschätzt und wir haben auch immer Fälle von Teilnehmenden sagen sie haben total große Lust zu segeln und dann stellen wir fünf Fragen.

00:08:58: Und dann stellt sich eigentlich raus, dass die total gestresst sind und total angespannt sind vorher.

00:09:02: Und das ist manchmal auch gar nicht so offensichtlich.

00:09:05: Ich will da gar nicht sagen, da lügen sich die Leute in die Tasche, sondern es ist manchmal einfach für einen selber auch gar nichts so ersichtlich was man damit verbindet, was man assoziiert oder vielleicht als Kind mal eine negative Erfahrung gemacht hat an die man schon kann ich mir denkt weil die eigentlich keine Bedeutung hatte.

00:09:19: aber alles spielt eine Rolle Und wir haben sehr viele Menschen in unseren Trainings, für die ist nur die sensorische Diskrepanz von Bedeutung.

00:09:26: Das sind die allermeisten!

00:09:28: Die machen diese Gleichgewichtsübung und lernen sich auf dem Boot anders zu bewegen... Und die haben dann keine Probleme mehr.

00:09:36: Und dieser Teil der Menschen, die Probleme mit der Konditionierung haben und Stresskomponenten, da tauchen wir tiefer ein... ...und das sind dann häufig auch soziale Konflikte, die da noch alle spielen oder Dinge im Privatleben, die mit dem Segeln eigentlich gar nichts zu tun haben.

00:09:50: Das finde ich total interessant was da manchmal drunter liegt aber das ist überhaupt nicht der Großteil unserer Tränen denn das sind vielleicht zehn Prozent oder so

00:09:59: Interessant.

00:09:59: Aber da habt ihr natürlich mit Thomas, dem Institutsleiter als Psychologen auch den richtigen Menschen vor Ort, der das dann eben auch regeln kann?

00:10:06: Auf jeden Fall und das war ein ganz großer Baustein unserer Ausbildung die wir gemacht haben also ich bin zwar Ärztin aber habe ja nie eine Therapeutenausbildung gemacht.

00:10:13: und diese Trainerausbildung die ich jetzt bei ihm gemacht hab die war sehr umfangreich und hat natürlich auch mich und meine Kollegen darauf geschult mit solchen Situationen in Umzug gehen weil er nicht mal eben Psychologie Studiers nehmen bei sondern... Aber wir haben ganz klar eine Toolbox, wie wir den Menschen dabei helfen können diese Dinge aufzudecken und dann aber eben auch los zu lassen.

00:10:33: Und was mir total dabei hilft und deswegen habe ich inzwischen eigentlich gelernt wenn ich mal gestresst bin an Bord das inzwischen so fast schon als Geschenk zu sehen in dem Moment nicht so sehr aber hinterher ist dass Ich inzwischen immer besser verstehe, was wann passiert und warum das passiert.

00:10:53: Und jetzt aber selber diese Toolbox habe zum Beispiel weil ich letztes Jahr das allererste Meskibberin auf einem Katamaran hören und ich bin vorher schon viel katamarang gefahren und war auch sicher dass sich das kann und nicht dass so trotz hat mich das ein bisschen unter Druck gesetzt und ich hab das aber gar nicht so empfunden nicht bewusst.

00:11:08: Und am zweiten Tag, wo ich ständig müde war und immer als Erstes im Bett war.

00:11:12: Als Letztes aufgestanden bin, obwohl ich Skipperin war, hab mich mal einen Moment hingesetzt und mir überlegt was ist eigentlich los?

00:11:19: Dann ist mir klar geworden wie unterschwellig dieser Stress dann doch so Schwelche... Das

00:11:24: Verrückte!

00:11:25: ...und dann habe ich die Maßnahmen ergriffen um dem Gegend zu steuern und dann war es auch am Abend weg.

00:11:30: Mir war ja nicht übel, ich war nicht Seekram in den traditionellen Sinn aber...

00:11:35: Die ersten Symptome, ja

00:11:37: Müdigkeit und Gehen ist das allererste Symptom.

00:11:40: Dadurch, dass ich aber viel besser verstehe was funktioniert, was nicht funktioniert und was auch Trigger sind konnte ich direkt damit umgehen und hatte sofort eine Lösung ohne in dieser Negativspirale zu enden.

00:11:53: Jetzt sprichst du von deiner Toolbox also der Werkzeugkiste pack doch mal aus!

00:11:59: Also wenn wir diese drei großen Gruppen angucken dann haben wir für jede Gruppe eigentlich unterschiedliche.

00:12:05: Also die sensualrische Diskrepanz, da haben wir am Anfang schon drüber gesprochen.

00:12:09: Das sind so Gleichgewichtsübungen, die dir dabei helfen, die Augen zu entkoppeln und die kann man an Land trainieren, die kann aber auch unterwegs machen.

00:12:17: Sag mal konkret wie das aussieht!

00:12:19: Also unterwegs wäre das zum Beispiel, dass man sich unter Deck stellt mit leicht gebeugten Beinen.

00:12:24: Gute Kontakt zu Boden hat sich nicht festzelt und die Augen schließt.

00:12:28: Und dabei dann wirklich auf die eigene Zentrierung konzentriert und daran wahrnimmt wie die Schwerkraft tatsächlich wirkt letztendlich in die Bewegung des Bootes mitgeht.

00:12:38: Ich mache auch viele Online Trainings und erkläre denen immer wenn ich nicht direkt so eingreifen kann, was sie tun.

00:12:44: Da sag ich immer ihr müsst das Gleichgewicht in der Bewegung finden und nicht einfach startig festhalten sondern du musst mit dem Boot mitgehen Und mit der Botsbewegung mit gehen und darin die Balance finden.

00:12:57: Das ist eine Sache die man an Bord wunderbar machen kann.

00:13:00: Als es gibt immer so viele Tipps auch, also Horizont angucken wirkt es natürlich auch dann vorübergehend.

00:13:05: Dann gibt's aber so verrückte Sachen wie zum Beispiel Ingwer essen.

00:13:09: Ist das auch in deiner Toolbox?

00:13:10: Das ist nicht in meiner Toolbox.

00:13:13: Bevor ich dieses Training gemacht habe, hab ich alles ausprobiert, was es so gibt?

00:13:17: Weil ich ja sehr verzweifelt war und viele Medikamente ausprobierte.

00:13:20: Und irgendwann hatte ich ... Ich bin damit zurechtgekommen, wusste, was ich vermeiden muss.

00:13:26: Da waren Sachen dabei, die haben Erleichterung verschafft, aber nichts dabei hat das Problem gelöst.

00:13:30: Irgendwas ist ein superpflanzliches Mittel, egal ob Roh oder Tablette oder Pulver.

00:13:36: Was einfach diese Magenreizung beruhigt.

00:13:40: Das

00:13:41: setzt man auch an der Medizin ein und hilft dabei, diese Übelkeit loszuwerden.

00:13:44: Aber das löst das Problem nicht!

00:13:45: Das ist eine ganz fantastische Symptomebehandlung aber dadurch geht Seekrankheit nicht weg.

00:13:51: Und das Gleiche gilt für die Akupassurbänder.

00:13:53: oder die Medikamente sind alles tolle Symptoma-Handler, aber das Problem bleibt bestehen?

00:13:59: Ja klar.

00:13:59: Ist dann natürlich häufig auch das Problem bei der Krankheitsbehandelung dass sie nur an die Symptomau rangehen.

00:14:05: Wir gehen jetzt in diesem Podcast doch nochmal auf die Ursache.

00:14:08: also wir versuchen Die verschiedenen Sinnes-Eindrücke voneinander zu entkoppeln, richtig?

00:14:13: Ja.

00:14:14: Also diesen schwer zu greifenden Tiefensinn den wir haben dass wir also vielleicht kannst du den besser beschreiben als ich.

00:14:21: Ja, also der Tiefensinn sagt ja letztendlich ob du auf einem Teppich stehst oder auf Sand.

00:14:28: Und er sagt dir, ob du an einer schiefen Ebenen stehst und auf einer geratenen.

00:14:31: Ob du dich aufs Sofa gestellt hast oder auf dem Paketboden stehst.

00:14:34: Das sagt die der Tieffensin einerseits durch die Haut und andererseits aber auch durch die Nerven in den Gelenken und Muskeln sind.

00:14:42: Muss ich jetzt schwer die Treppe hochgehen?

00:14:44: Deswegen sind meine Muskeln besonders angespannt oder ist es leicht weg abzugehen?

00:14:49: Und das sagt mir, dass Tiefen sind.

00:14:51: Der Tiefensinn sagt mir auch, ob wir jetzt beschleunigen, indem ich in den Sitz gepresst werde?

00:14:56: Das Gleichgewichtsergan sagen wir ja auf der Beschleunigung über die Bewegung im Gleichgewichtsorgan.

00:15:01: Aber der Tiefensen merkt, wir werden ins Sitz gepresst und dann beschleünigen wir im Auto.

00:15:05: Okay.

00:15:06: Das ist ja auch dann zum Beispiel wenn ich im Zug sitze, kennt jeder und neben mir fährt der Zug los.

00:15:11: Ja!

00:15:11: Da merkst du also wieder, wenn es nicht sofort schlecht wird.

00:15:13: Also hier stimmt was nicht.

00:15:14: Ich werde weder in einen Sitzgepresst noch nach vorne oder hinten aber es bewegt sich etwas Genau.

00:15:19: Das ist der Tiefensinn, der das wahrnimmt?

00:15:21: Also ganz kurz ... Das ist ein fantastisches Beispiel um den Konflikt außerhalb vom Segeln zu erkennen weil du sitzt auf deinem Platz im Zug und du merkst keine Bewegung.

00:15:34: Der Zug neben dir fährt los und dann signalisieren deine Augen ans Gehirn Hey!

00:15:38: Wir fahren.

00:15:39: Aber dein Tiefensen sagt wir fahren aber nicht.

00:15:42: Und das ist genau der Konflikte

00:15:44: Alles klar.

00:15:45: also wir haben den Tiefen-Sinn und

00:15:48: das Gleichgewichtsorgan.

00:15:49: Die drei sind es, genau!

00:15:51: Und die versuchen wir einzeln wahrzunehmen in eurem Seminar damit ich dann nicht die drei im Konflikt kriege.

00:15:57: oder wie ist es?

00:15:59: Es ist eigentlich ein bisschen einfacher.

00:16:00: Wir wollen eigentlich die Augen entkoppeln, weil der Tiefen sind und das gleich Gewichtorgan, die widersprechen sich nicht.

00:16:06: Aber die Augen sind wahnsinnig schnell, sehr präzise und können in die Zukunft gucken.

00:16:13: In Anführungszeichen!

00:16:13: Weil du kannst mit den Augen antizipieren... Da vorne steht ein Auto.

00:16:16: ich muss jetzt bremsen Und dein Tiefensinn sagt dir das auch aber erst in dem Moment wo du es triffst.

00:16:22: Ja Und dadurch kannst du mit den Augen gefahren erkennen und antizippieren.

00:16:25: Du kannst die Wellen sehen und du kannst sehen wie sich Strom ändert oder wie die Säge stehen und so weiter.

00:16:30: Das kannst du im Tiefensein alles nicht.

00:16:32: Und Tiefensen im ungleichsgewichtsorgan Die widersprechen sich in der Wahrnehmung nicht.

00:16:37: Und wir wollen die Augen entkoppeln von dem Tiefensinn und dem Gleichgewichtsorgan, wenn wir unsere Balance halten.

00:16:46: Wenn wir dann wieder an Land gehen, passiert es eigentlich nach so ein zwei drei Tagen automatisch... unser Gehirn den Weg wieder zurückfindet.

00:16:53: Das ist nicht so, dass wir dann auf einem Auto fahren und immer erst merken, wenn vor uns einer stand, wenn wir in ihn reingefahren sind.

00:16:59: also da brauchen wir keine Sorgen haben.

00:17:02: Eine Sache die wir immer sagen isst das wir uns wirklich nur in aller größter Not an Bord noch festhalten Wenn man einfach aus Verlegenheit sich festhält weil die Hand da nun mal jetzt liegt oder ich gehe hier den Niedergang hoch Es ist wirklich überhaupt keine Frage, wenn Gefahr droht.

00:17:19: Immer bitte festhalten.

00:17:20: Ganz klare Sache!

00:17:21: Aber ich habe so viele Leute schon beobachtet die sich nur aus Gewohnheit irgendwo festhalten wo sie nicht müssen und solange keine Konfliktsituation besteht im Nervensystem hat das auch keine Bedeutung.

00:17:34: aber wenn ich jetzt unter Deck gehe und meine Augen sagen Ich bin hier in einem Zimmer in dem Haus Und mein Innenohr und meinen tiefen Sinn sagen mir aber das stimmt aber nicht.

00:17:43: Und jetzt fest meinen Tiefensinn, aber den Tisch an.

00:17:46: Der Feste der Tisch ist fest und er ist im rechten Wege an dem Boden geschraubt dann bestätigt mein Tiefen-Sinn die falsche Referenz weil man auch gesagt wir sind in einem Haus und meine Inuhr sagt Wir sind nicht in einem haus

00:17:58: und

00:17:58: wenn denn der tiefen sind das bestätigst Dann verstärkst du den Konflikt damit noch mehr.

00:18:03: Das würde ja heißen also angenommen ich bin sehr krank.

00:18:07: Ich könnte dann unter Deck gehen Etwas in die Knie gehen um das Gleichgewicht besser zu halten, halte mich nirgendwo fest.

00:18:13: Schließe die Augen und die Sehkrankheit müsste

00:18:15: weggehen.".

00:18:16: Das ist ein Aspekt!

00:18:17: Wenn du nur auf die sensorische Diskrepanz gehst, ist das richtig?

00:18:21: Du brauchst einen Moment bis sich das System da dran gewöhnt hat, die Augen zu unkoppeln.

00:18:25: aber das Nervensystem spielt auch eine Rolle und Konditionierung und Stress spielen auch eine Runde.

00:18:29: Und wenn du jetzt in deiner Vergangenheit schon zigmal sehkranck warst dann kann es sein dass die erste Übung alleine nicht reicht Sondern, dass du dich auch mit dem Thema Stress und negatorie Verkonditionierung auseinandersetzen musst.

00:18:41: Und das wenn dein Nervensystem schon dabei ist, dich zu retten dann wird die Balanceübung nicht helfen weil du dann schon in diesem Freeze-Zustand bist.

00:18:49: aber wir haben ja eben über unsere Toolbox gesprochen.

00:18:52: Der zweite Bereich, den wir mit diesen Dingen, die wir unseren Teilnehmenden beibringen ist dass wir Nervensystem Regulation machen.

00:18:58: Das heißt, wir haben die drei Stadien wie unser Nervenystem aktiviert sein kann also entweder der Entspannungszustand in dem wir uns erholen, regenerieren und die ganzen normalen körperlichen Prozesse stattfinden dann den zweiten Zustand den Aktivierungszustand der dann in einer höheren Anspannung auch zu Fight & Flight führt Also Flucht oder Kämpfen.

00:19:19: Und der dritte Zustand ist dann der Freeze, also der Shutdown.

00:19:22: Diese völlige Zusammenbrechen in sich und den aktivierten Zustand können wir ja nutzen für irgendwelche Dinge die wir machen müssen an Bord.

00:19:31: aber wir wollen halt verhindern dass wir in diesen Freeze-Zustand kommen.

00:19:34: und es gibt diverse Übungen die sind ein bisschen komplexer als Entspannungsübung oder einfache Atemübung Aber die helfen dem Nervensystem dabei, sich runterzuregulieren.

00:19:47: Wenn wir in einer angenommenen Stresssituation sind... ...die aber eigentlich objektiv betrachtet gar keine Stresssituation ist,... ...dann brauchen wir auch diesen Aktivierungszustand nicht!

00:19:57: Es ist ja so wenn wir zum Beispiel hier im schwierigen Gespräch mit unserem Chef sind und auf einmal eine Adrenalinausschüttung haben, als müsste ich jetzt von einem Tiger wegrennen, dann ist das ja auf jeden Fall fehlplatziert.

00:20:06: Aber nicht dass du trotz empfinden wir das so und da gibt es in Übungen wie man das Nerven-System runterregulieren kann.

00:20:13: bringen wir unseren Teilnehmenden auch bei.

00:20:15: Damit sie dann, wenn Sie merken, wir sind unterwegs und irgendwie kommt hier gleich eine Wetterfront durch und irgendwie so richtig sicher fühle ich mich nicht, dass sie neben dieser Gleichgewichtsübung dann auch einen Nervensystem Regulationsübungen

00:20:26: machen können.

00:20:27: Da ich mich ja auch viel mit Meditation und so beschäftigt habe – und Yoga!

00:20:30: Ich kann schon mit Atemübung, Atemregulation hinkriegen, das mein Nerven-System runterfährt?

00:20:35: Ganz genau.

00:20:36: Also wir haben die sensorische Skipanz, das heißt ich versuche Augen und die anderen beiden Sinne den tiefen Sinn und den Gleichgewichtssinn zu entkoppeln.

00:20:43: Dann habe ich die Nervensystemregulation, da versuche ich einfach meinen Nervenystem runterzufahren zum Beispiel durch Atemübungen Und dann hab' ich Konditionierung und Stress.

00:20:52: Das heißt ich sollte generell mal gucken bevor ich an Bord gehe dass ich nicht allzu gestresst bin.

00:20:57: Wenn ich diese drei Faktoren zusammenhabe... ...dann werde ich nicht mehr seekrannt so wie du!

00:21:01: Genau Zu Konditionierung und Stress kann ich noch eine kleine Anekdote erzählen.

00:21:07: Ich war, nachdem ich das Training gemacht habe... ...und das implementieren konnte bin ich alleine um die Ostsee gesiegelt.

00:21:14: Und hab die ersten Tage immer nochmal Schwierigkeiten gehabt nicht sehkrank zu werden weil ich so angespannt war.

00:21:20: natürlich Ich hab ja eine große Runde alleine vor mir.

00:21:23: Habe ich es aber gar nicht wahrgenommen, ich war total aufgeregt.

00:21:25: Dachte geil großes Abenteuer!

00:21:27: Das wird richtig gut und plötzlich war's sehkrank und habe überhaupt nicht verstanden warum?

00:21:30: Ich hab meine Übungen alle gemacht.

00:21:33: Dann ist ein bisschen Zeit vergangen dann war ich fünf Wochen allein unterwegs.

00:21:38: Mir ging super.

00:21:39: Ich war total entspannt.

00:21:40: Bin nicht mehr sehkrank geworden, hab alleine Nachtfahrten gemacht bin mit dem Wetter gut zurechtgekommen.

00:21:45: Es war alles kein Problem her und da ist ein Freund von mir an Bord gekommen.

00:21:48: Ist eine Woche mit mir zusammengefahren.

00:21:50: Und alleine dieser Umstand, dass auf einmal eine Person da war für die ich jetzt auch verantwortlich bin.

00:21:55: Hat mich so unter Stress gesetzt, dass ich sofort sehr krank war.

00:21:58: und ich habe das überhaupt nicht realisiert!

00:22:01: Ich hab' das überhaupt als Faktor wahrgenommen... ...und erst in dem Moment wo ich über der Rehling hing, weißt du was passiert denn hier eigentlich?

00:22:07: Das kann doch gar nicht wahr sein!

00:22:08: Ich habe doch alles gemacht wie ich es hier gelernt habe.. ..und erst wenn sich dann hinterher mit Thomas darüber gesprochen hat ist bei mir dann so der Groschen gefallen, dass sich dachte hast du guck mal, du kannst hier die Atemübung machen oder du kannst auch die Gipf- Gleichgewichtsübung machen, aber wenn du keinen Stressmanagement machst, dann greift die negative Konditionierung und schickt dich in den Überlebensmodus.

00:22:26: Egal wie gut du dein Gleichgewicht hältst.

00:22:30: Also ich glaube das vor allem dieser erste Faktor, den Du genannt hast, die sensorische Diskrepanz, die scheint mir am stärksten zu sein.

00:22:37: Nervensystemregulation kriegen die meisten vermutlich irgendwie hin.

00:22:39: Kondicionierung und Stress kann man sich, wenn man etwas achtsamer mit sich umgeht auch noch regulieren?

00:22:45: Wie lange muss ich denn auf so ein Balancebrett üben Und wie genau läuft es dann?

00:22:49: Ihr haltet den Leuten ja auch so Tafeln vor die Augen, die ihr hin und her bewegt.

00:22:54: Wahrscheinlich, dass der Körper auch erfährt, wie es ist auf einem wackeligen Brett zu stehen und einen hin- und herschwenkenden Horizont in Form eines Bildes zu haben.

00:23:01: Ganz genau!

00:23:01: Wenn du auf so nem Brett stehst, dann ist einerseits dein Gleichgewichtsorgan beschäftigt und andererseits der Tiefen sind durch die ständigen Richtungswechsel unter den Füßen.

00:23:13: Die meisten Menschen ... besuchen sich dann irgendwie einen Fixpunkt an der Wand und finden irgendwann die Balance.

00:23:18: Und das machen die allermehrigsten Menschen, ohne darüber nachzudenken.

00:23:22: Dann kommen wir und halten unsere Bilder ins Gesichtfeld.

00:23:26: Es ist so, dass eigentlich alle unseren Teilnehmenden das während des Trainings schaffen, die Balance zu halten, ohne diesen Fixpunkt einer Wand zu finden.

00:23:34: Wenn sie stabil stehen, gibt es auch immer die Möglichkeit da nochmal den Stress und die soziale Komponente zu testen.

00:23:43: Ich hatte mal einen Teil nehmenden, das war ganz fantastisch.

00:23:45: Wie super stabile erstand auf dem Board und diese visuellen Distraktion haben ihn überhaupt nicht gestürzt.

00:23:49: Dann habe ich ihn gefragt wie gerne zur Arbeit geht?

00:23:51: Sofort runtergeflogen vom

00:23:52: Board!

00:23:53: Ach witzig!

00:23:53: Sofort!

00:23:54: Und dann musste er selber lachen weil er dachte er war gestern schwieriger Tag.

00:24:01: Eigentlich ist es so dass alle unsere Teilnehmenden das in dem Training erfolgreich schaffen... ...und dann empfehlen wir immer möglichst zeitnah nach dem Training auch an Bord zu gehen um dann sich auch noch sehr aktiv an das erinnern zu können, was gerade gelernt wurde.

00:24:16: Und dann aber diese Übung wenn man die ersten Male an Bord geht zu wiederholen zur Sicherheit.

00:24:21: Aber wir haben Teilnehmende.

00:24:23: für die reicht es völlig aus dass sie das einmal erfolgreich geschafft haben und Sie müssen sich nur daran erinnernen wenn sie wieder an BORD gehen, dass sie eben diese visuelle Referenz nicht brauchen.

00:24:33: Ihr hattet bisher... Vor allem private Leute, die die Seminare bei euch gemacht haben.

00:24:38: Aber jetzt habt ihr euch noch mal mehr professionalisiert sozusagen und es können eben auf Berufsschiffer, was ich Fischer sehen, in der Öltankerkapitäne, könnt zu euch kommen und die Seminnare machen?

00:24:49: Was macht er mit denen denn anders?

00:24:50: oder ist das im Grunde das Gleiche einfach nur auf einer intensiveren Ebene?

00:24:54: Letztendlich ist es genau das gleiche Konzept.

00:24:56: Es wird dann schon ein bisschen individuell angepasst je nachdem wie der professionelle Bezug jetzt ist.

00:25:01: Und gerade wenn das in einem professionellen Kontext ist, sind natürlich solche Themen wie Stressmanagement oder Selbstversorgung oder Achtsamkeit manchmal noch schwieriger umzusetzen als dass sowieso schon auf dem Privattern ist.

00:25:14: Aber es ist so, dass wir insgesamt immer versuchen unser Angebot zu erweitern und dann eben auch die Bedürfnisse von allen Betroffenen abdecken zu können.

00:25:24: Also wir haben zum Beispiel auch Fachkräfte, die an den Offshore-Windkraftanlagen arbeiten und gar keine Seelfahrerausbildung gemacht haben.

00:25:32: Aber da jetzt einfach als Techniker die Anlagen warten müssen oder reparieren müssen.

00:25:37: Und die kommen natürlich mit ganz anderen Bedürfnissen, als wenn ich jetzt eine private eingespielte Crew habe, die seit Jahren immer zusammenfahren wo aber einer immer raus fällt.

00:25:48: Ganz kurz wird man denn auf einer Ölplattform?

00:25:50: See krank oder geht es um den Transport zur Ölplatform?

00:25:53: Also wo jetzt auch, es gibt einige Offshore Windkraftanlagen die so Versorgerbote haben.

00:25:59: Wo die meistens halt sich dran aufgehalten wird und die sind nicht fix.

00:26:03: Also vielleicht sind sie auch irgendwo befestigt aber die gehen ja trotzdem immer mit den Wellen mit.

00:26:11: uns bei der Vergrößerung des Tillit-Instituts auch wichtig ist.

00:26:15: Einerseits natürlich die Internationalisierung, mit der ich mich jetzt überwiegend beschäftige.

00:26:18: aber wir sind auch dabei ein Tilliturn zu entwickeln.

00:26:21: das heißt dass man unter geschützten Bedingungen einen Segelternen mit uns macht und wird dann die Dinge gemeinsam ausprobiert und anwendet.

00:26:29: und das ist dann im Prinzip das gleiche wie das Gruppentraining aber intensiver hier über eine Woche sodass man ja gemeinsam übt und nebenbei noch segelt, genießt.

00:26:39: Dass es in einem geschützten Rahmen ist und nicht nur die eine betroffene Person leidet und macht seine Übungen.

00:26:47: Alle anderen fragen sich, was das Problem ist?

00:26:50: Ja, verstehe ich.

00:26:51: Ich bin ein paar Wochen wieder Skipper und hab zehn Leute an Bord.

00:26:55: Die größte Angst ist Sehkrankheit!

00:26:57: Es ist immer das Gleiche.

00:26:58: Das sind teilweise völlig Unerfahrer, die mit mir dann an Bords sind... Was kann ich denen mitgeben?

00:27:04: Weil da ist jetzt auch keine Zeit mehr, dass alle das Seminal machen.

00:27:07: Was gebe ich denen damit die ein bisschen entspannter außer Tabletten und so?

00:27:12: Sondern wirklich was ihr macht, damit die etwas entspannt an Bord sind!

00:27:15: Und was für mich als Skipper ja auch schön ist wenn sich jeder über der Reding hängt...

00:27:18: Auf jeden Fall.

00:27:20: Also grundsätzlich ist es erst mal so, dass eine Gleichgewichtsübung wie ich das am Anfang erzählt habe kann ja jeder machen.

00:27:26: Auch an

00:27:26: Land schon vorher?

00:27:27: Ja auch an Land und die kann man auch gemeinsam an Bord machen und das ist auch keine Schwarze Magie.

00:27:33: Das andere was du eben als Skipper sicherstellen kannst ist, dass ne vernünftige Kommunikation besteht.

00:27:39: Dass wenn jemand sich nicht wohl fühlt, dass er oder sie dann Merkt, okay hier ist auch Raum dafür dass ich das äußern kann.

00:27:49: Dass die Mitseglerinnen nicht in den Kampfmodus rutschen.

00:27:53: Das heißt euch darf jetzt aber keine Schwäche zeigen und ich kämpfe jetzt.

00:27:56: Es sind dann häufig weniger die Seglerinnen als die Seglern, die das nicht zugeben können?

00:27:59: Ja!

00:28:01: Genau, und dazu gehört halt auch einfach manchmal die Akzeptanz.

00:28:04: Boah ich bin jetzt aber hier im Knockout!

00:28:06: Ich leg mich jetzt hin und schlafe, denn wenn man dann versucht dagegen zu kämpfen, wird es im Zweifel eher noch schlimmer.

00:28:13: Und deswegen ist da schon ganz klar die Empfehlung selber in die Akzeptanz zu gehen und an die eigenen Grenzen auch zu akzeptieren und zu sagen okay... In dem Moment wo dieser Performance-Druck weg ist haben viele Leute schon deutlich geringeres Stresslevel.

00:28:30: Und wenn Sie auch wissen, dass sie sich untereinander aufeinander verlassen können, dann rutscht diese Stresslevel auch runter.

00:28:35: und wenn natürlich jemand schon sehr viel negative Erfahrung gemacht hat, muss man bewusst gegen die Konditionierung arbeiten und sich auf positive Erlebnisse stützen.

00:28:48: Aber das sind ja die seltensten Fälle!

00:28:50: Genau.

00:28:50: Gerade

00:28:51: wenn du Neunlinge hast, dann waren die ja wahrscheinlich alle

00:28:53: noch nicht krank.

00:28:53: Ja, die sind ja total gespannt drauf wie es an Bord ist und erfüllen sich dann halt mal so ein Lebenstraum ne?

00:28:57: Ist ja auch ganz oft

00:28:59: so.

00:29:00: Wenn jetzt Menschen zuhören wollen bei euch einen Seminar buchen kannst du uns verraten erstens wie man euch findet und zweitens was es kostet?

00:29:07: Also wir haben einmal die TILIT-Institutseite, wo alles über den Hintergrund der Wissenschaft und so weiter steht.

00:29:15: Dann haben wir einmal eine Seite, die heißt D-Krankheit.org.

00:29:18: Das ist unsere deutsche Seite.

00:29:20: Dort werden alle Trainings veröffentlicht, egal ob bei mir oder bei Thomas oder online oder privat.

00:29:26: Dort könnt ihr den Kontakt herstellen Und meine Webseite ist C-Signis.org.

00:29:30: Ich habe im Prinzip die englische Seite um jetzt den internationalen Raum auch ein bisschen besser zu erreichen.

00:29:36: Okay, macht dir das Deutschland weit?

00:29:37: Also im Prinzip sind im Moment unsere Live-Trainings alle in Hamburg.

00:29:42: aber wenn wir jetzt einen Segelfahren haben oder eine größere Gruppe dann ist es einfacher, wenn wir irgendwo hinfahren als dass zehn Leute nach Hamburg fahren und das haben wir ja schon gemacht und da sind wir immer offen vor Absprachen Da sind wir ganz flexibel

00:29:57: Okay.

00:29:57: Und wenn ich jetzt ein Seminar bei euch buchen will, wie lange dauert das?

00:30:01: Das ist ein ganzes Wochenende und wie viel kostet mich das?

00:30:05: Ähm...das Seminar dauert ungefähr so vier, vierenhalb Stunden, wenn es ein Gruppentraining ist.

00:30:09: Das kostet dreihundertfünfunddreißig Euro!

00:30:12: Und anschließend können sich auch alle Teilnehmende bei uns melden, wenn sie mit Problemen konfrontiert werden, wo Sie alleine keine Lösung für finden.

00:30:20: Also diese Nachberatung und Weiterbegleitung gehören unser Konzept schon mit rein, da muss man dann nicht nochmal nachzahlen oder so, weil man doch noch mal eine Frage

00:30:27: hat.

00:30:28: Okay super!

00:30:28: Aber normalerweise melden die Leute sich danach nicht bei euch sondern sind einfach geheilt?

00:30:33: die allermeisten melden sich nicht.

00:30:35: Ganz selten gibt es noch mal was und das ist für uns auch immer hochinteressant, weil das dann eben meistens irgendeine Ursache hat, die eben nicht ganz offensichtlich ist weder für die Teilnehmenden noch für uns.

00:30:43: Und das ist auch letztendlich das, was mich so begeistert an dieser Tätigkeit, weil ich das total spannend finde, die Menschen auf diesem Weg zu begleiten aber auch weil ich selber das als so extreme Erleichterung erfunden habe.

00:30:56: und auf einmal segeln so viel mehr... Ich hab ja Segeln vorher schon gelebt!

00:30:59: Aber jetzt Kann ich das einfach noch so viel mehr genießen und hab da so viele Freude daran, dass ich das auch wahnsinnig gerne weitergebe.

00:31:08: Und dann mich immer sehr darüber freue wenn jemand irgendwie ein Foto vom Turn schickt und sagt hey uns geht's allen super keine Keime schlecht!

00:31:18: Das ist eine sehr schöne Tätigkeit.

00:31:20: Ja

00:31:20: das glaube ich und du bist halt auch der lebende Beweis, dass es geht von extremen Sehkranken zu gar nicht mehr.

00:31:24: Hast Du manchmal bisschen Schiss?

00:31:27: Dass es dann doch wieder

00:31:28: kommt?!

00:31:29: Absolut, natürlich.

00:31:30: Aber es ist so dass ich inzwischen so viele kleine Rückschritte hatte wie ich jetzt auch schon erzählt hatte wo ich immer wieder was draus gelernt habe und ich bin inzwischen aber so selbstbewusst das ich weiß okay selbst wenn irgendwas unvorhergesehenes passiert dann hab' ich die Lösung dabei Und ich habe auch gelernt, mit den Rückschritten umzugehen.

00:31:51: Die ersten Rückstritte haben mich wahnsinnig frustriert und ich hab den Kopf ins Sand gesteckt und hab gesagt mir kann sowieso niemand helfen aber ich bin da nichts Besonderes.

00:32:02: diese... Therapien oder diese Trainingsanwendung, die kann wirklich hierher umsetzen.

00:32:08: Und wenn man das dann ab und zu mal aushalten kann, dass es auch mal einen schlechten Tag gibt ... Dann hat man irgendwann erst mal gewappnet für alles.

00:32:16: Ich war jetzt noch nicht in dem großen Sturm auf dem Atlantik.

00:32:20: D.h.,

00:32:20: alle extremsten Wetterbedingungen wurden bei mir noch nicht geprüft.

00:32:25: Aber ich hab ja die Tools, die ich brauche.

00:32:27: Deswegen habe ich da keine Brauchschmerzen vor.

00:32:29: Wow!

00:32:30: Christina, danke.

00:32:32: Es klingt ja weiterhin fast zu schön und wahrzusein, aber ihr könnt's alle ausprobieren.

00:32:37: Vielen Dank!

00:32:38: Vielen Dank auch!

00:32:40: Das war der Segel-Podcast der Yacht

00:32:42: jeden Freitag noch.

00:32:44: Gebt uns gerne Feedback und schreibt an podcastatjacht.de.

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