#73 20 Jahre YACHT Classic: Holz, Handwerk und Tradition – mit Chefredakteur Lasse Johannsen

Shownotes

Klassische Yachten sind weit mehr als nur alte Boote: Sie stehen für meisterhaftes Handwerk, lebendige Geschichte und große Leidenschaft – und manchmal auch für eine elegante Möglichkeit, die Grenzen des eigenen Kontos auszuloten.

Die 20. Ausgabe der YACHT Classic ist erschienen und rückt klassische Schiffe in den Mittelpunkt. Passend dazu nimmt uns Chefredakteur Lasse Johannsen im Gespräch mit Timm Kruse mit in eine faszinierende Welt zwischen Tradition und Moderne. Was macht ein Boot zu einem Klassiker? Wie erlebt die Szene den demografischen Wandel? Und warum ließ ein Eigner für viel Geld ein Holzrigg bauen, das innen hochmodern ist, aber aussieht wie aus dem Jahr 1911?

Freut euch auf einen maritimen Streifzug von Arndt Georg Nissens Aquarellen über Daimlers erste Motorboote bis hin zu Albert Einsteins Segelleidenschaft.

YACHT Classic 2026: Ab sofort im Zeitschriftenhandel oder hier erhältlich!

Wenn ihr noch nicht genug von Segelthemen habt, dann schaut unbedingt auf www.yacht.de! Außerdem halten wir euch bei Instagram, Facebook, TikTok und YACHT tv immer auf dem Laufenden!

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen beim Podcast

00:00:01: der Yacht

00:00:02: Europas größtem Segelmagazin.

00:00:04: Mit Journalist

00:00:05: und Segner Tim Kruse,

00:00:07: er spricht mit Menschen die den Wind kennen wie Verantwortung tragen und echte Geschichten erzählen.

00:00:12: Segeln für die Ohren.

00:00:14: jeden Freitag neu!

00:00:15: Heute wird es schön also richtig schön.

00:00:18: kein neues Carbon keine neue App keine neuen Plotter sondern Lack Linien Holz Patina und diese Boote bei denen man automatisch leiser spricht als stündemann in einer Kirche.

00:00:29: Die neue Yacht Classic ist jetzt draußen und damit eine Ausgabe über Yachten, die nicht einfach nur alt sind sondern Charakter haben.

00:00:35: Über Boote, die restauriert gepflegt vererbt gerettet und manchmal wahrscheinlich auch verflucht werden.

00:00:41: Denn klassische Yachten sind ja nicht nur Segelboote sie sind Handwerk Geschichte Leidenschaft und gelegentlich ein sehr eleganter Weg sein Konto zu ruinieren.

00:00:49: Zu Gast ist heute Yacht Redakteur Lasse Johannsen.

00:00:53: Lasse, du warst zuständig für die neue Yacht Classic.

00:00:55: Klär uns erst mal auf was die Yacht-Classic eigentlich ist denn viele Yacht Abonnenten kennen die gar nicht!

00:00:59: Ja der Yacht Classics ist ein eigenes Magazin das schon in dem Jahr im Jahr ist, also jetzt wird es um den Jahre her zwanzig Jahre alt und das ist eine Sonderausgabe der Yachts.

00:01:10: aber ein Magazin was monothematisch nur klassische Yachten als Inhalt hat, kann man sagen.

00:01:16: Also nicht nur die Yachten sondern die gesamte Szene.

00:01:19: Es geht auch um den Bootsbau als Seuchen.

00:01:21: es geht um die Menschen, die die Szene prägen und es geht über die Art und Weise wie man mit diesen Schiffen umgeht sowohl pfligerisch als auch wie man sie segelt.

00:01:31: und dann gibt's natürlich die ganzen Randthemen, die sich ergeben wenn man in diese Zeit abtaucht in der die Schiffe gebaut und aktiv gesegelt wurden.

00:01:38: das riecht ja mittlerweile bei einigen schon über hundert Jahre zurück Und da kommen dann natürlich auch manchmal ganz skurrile Themen an die Oberfläche, die man aus heutiger Sicht noch mal anfasst.

00:01:50: Das hat sich über die Jahre entwickelt und ist mittlerweile ein wirklich sehr, sehr buntes Portpourri durch diese ganze Parallelwelt des klassischen Yachtsegels geworden.

00:02:01: Ja schön!

00:02:01: Bist du selber Yacht-Klassik-Segler oder Mitsegler?

00:02:06: Oder wie stehst Du dazu?

00:02:08: Also ich selber bin auch mit klassischen Yachten groß geworden und bin schon als Kind und Jugendlicher auf Holzboden gesegelt.

00:02:15: Und habe mich ja im Winter darum gekümmert, das waren nicht meine eigenen beziehungsweise, naja, als ich fünfzehn wurde, da kaufte ich dann mein erstes eigenes Holzboot, was ich auch restauriert hab aber davor war es dann eher auf Vereinsebene oder auf Schiffen im Freundeskreis mit Gesegeld.

00:02:33: Das hat sich bis heute so erhalten.

00:02:34: also ich bin schon dicht an der Szene, würde ich sagen durch Bekanntschaften und Mitsegelgelegenheiten.

00:02:42: Und Besuchen der Veranstaltungen der Einschlägigen aber mein eigenes Boot ist unten rum schon aus Kunststoff und nur noch obenrum aus Holz.

00:02:50: Was noch Arbeit genug ist im Winter?

00:02:52: Ja und wo das häufig auch mit der Zusammenfügung von Holz oder GFK nicht so richtig passt, aber es ist ein anderes Thema.

00:02:59: Hauptsache ja!

00:03:00: Also wir haben uns drei schöne Themen rausgesucht.

00:03:02: Ich muss trotzdem vor noch ein paar Fragen stellen.

00:03:03: Wann ist denn ein Boot eigentlich ein Klassiker?

00:03:06: Also der Begriff des Klassikers, der ist eigentlich aus der Szene mal selber aufgestellt worden und damit war damals gemeint.

00:03:16: Ich spreche damals die Renaissance der Klassiker in Norddeutschland mit Beginn der Neunzelt-Ninzigerjahre.

00:03:23: und damit meinte man ganz klar Yachten und Boote, die wirklich fürs Sportsegeln gebaut wurden sind In Abgrenzung zu den traditionellen Arbeitsfahrzeugen, die dann eher so auf der Rumregatta zu finden sind.

00:03:35: Es geht tatsächlich bei den Klassikern um den Yachtssport als solchen.

00:03:40: Und die traditionell gebaut worden sind, also tatsächlich aus Holz und zwar da eben klassisch auf Holzkiel und Banden geplankt.

00:03:51: In so ein bisschen immer weiterer Sinne gibt es durchaus auch modernere Holzbauweisen, die man wieder findet.

00:03:56: aber im Kern sind das die traditionelle gebauten Yachten und natürlich auch Stahlschiffe darunter.

00:04:03: Ja, also es gibt nicht wie bei den Autos Jahreszahlen wo man sagt das muss über dreißig Jahre alt sein und dann ist es ein Klassiker.

00:04:10: Und es gibt auch nicht einen Zeitraum wo man sagen von dann bis dann gebaut weil wenn sich heute jemand hinsetzt... ...und Schiff traditionell baut nach allen Plänen dann kommt der auch selbstverständlich mit diesem Neubau in diese Szene.

00:04:22: Das ist also kein Problem.

00:04:24: Kommt zwar ganz selten vor aber wäre nach dieser Definition kein Problem.

00:04:29: Hast du Zahlen?

00:04:30: Also wie viele Klassika gibts denn in Deutschland zum Beispiel?

00:04:33: Das ist eine gute Frage, die könnte ich sogar beantworten.

00:04:35: Es gibt nämlich ein Register von Freundeskreis-Kraftische Yachten.

00:04:39: das ist sozusagen der überregionale Zusammenschluss all derer die entweder selber solche Schiffe haben oder einfach Freude daran haben oder da aus irgendwelchen Gründen mal zur Mitsegelung gekommen sind.

00:04:48: Der Freundes Kreis hat vielleicht so zweitausend Mitglieder und er hat einen Register aufgestellt.

00:04:53: und dass es relativ umfassend würde ich sagen.

00:04:56: Aber da kann ich dir jetzt nicht aus dem Kopf sagen, weil das Register natürlich in die verschiedenen Klassen eingeteilt ist.

00:05:01: Das müsste man mal zusammenrechnen.

00:05:03: Ich glaube dass es in der Fläche der Bundesrepublik schon eine sehr große Flotte ist Weil ja auch viele kleine Boote und Jollen dazugehören Die so an den Binnenrevieren noch gesegelt werden.

00:05:13: Und was in Norddeutschland so sichtbar ist Um Zahlen zu nennen sind Veranstaltungen wie die größte deutsche Klassiker Regatte en Labue Die dann zur Hochzeit ein Hundertfünfzig Schiffe Teilnehmer Schiffe zusammengebracht hat und jetzt noch so bei zwischen fünfzigundhundert ist oder so Veranstaltungen wie die Klassik Week, wo auch so regelmäßig über hundert von diesen Schiffen zusammenkommen.

00:05:40: Ja schön!

00:05:40: Wie sieht denn diese Klassika-Szene aus in Deutschland?

00:05:43: Oder vielleicht auch weitergefasst in Europa?

00:05:45: In Norddeutschland ist sie tatsächlich geprägt von dieser Renaissance Anfang des neunzeiten Neustierjahres als die Leute, die irgendwann mal ein altes Holzschiff gekauft haben weil es Einfach eine billige Möglichkeit war, aus Wasser zu kommen.

00:05:58: Auf einmal einen Bewusstsein dafür entwickelt haben dass das teilweise wirklich kulturhistorische Schätze sind.

00:06:04: Seltene Bote von Werften die es nicht mehr gibt und dann wurden die restauriert.

00:06:09: Und dann hat sich so eine Szene entwickelt Die sich unheimlich engagiert angefangen hat um die Schiffe zu kümmern Um die Menschen drum herum zu kummern Veranstaltungen zu organisieren.

00:06:20: Dann gibt es Eine Parallelwelt auf dem Mittelmeer beispielsweise, wo eigentlich auch schon früher angefangen wurde, auf den ganz großen Klassikern Regatten zu veranstalten.

00:06:32: So Regatten wie Levoid des Entropés oder die Regatta bei Cannes und da findet man teilweise Yachten, die nie aufgehört haben, Klassiker zu sein also als solche gepflegt und gesegelt zu werden, die da zusammenkommen in ganz imposanten Stückzahlen.

00:06:47: Und dann gibt es natürlich ganz, ganz viele kleine Oasen im Binnenland.

00:06:51: Also es gibt auf den Bayerischen Seen teilweise Flocken die dann Schwerpunkte haben oder die Sonderklasse die auf österreichischem Binnengewässern zu Hause ist oder die fünfundsiebziger nationalen Kreuzer, die am Bodensee zu Hause sind.

00:07:04: Wo dann tatsächlich Klassen, die früher ganz verbreitet waren sich in so kleinen Binnenrevieren zusammenfinden weil da auf einmal dann drei vier Schiffe waren und gesegelt wurden und andere gesagt haben wenn ich so ein Boot kaufe, dann macht das nur da Sinn.

00:07:19: Und so ist die Szene eigentlich ganz bunt kann man sagen

00:07:22: Ja schön!

00:07:23: Kommen wir spring mal ins Heft.

00:07:24: Da sehen nämlich ein paar Geschichten, die wirklich toll sind.

00:07:26: Also es gibt eine Geschichte von A. Genissen.

00:07:28: Der hat's eigentlich richtig ahnt Georg Nissen Und der war Hochseesegler, Künstler und hat über ganz viele Jahre auch die Yacht geprägt als Illustrator.

00:07:37: Ich fand diese Geschichte so schön weil es seine Aquarelle zeigt und er hat Regatten, Crews, Häfen, Boote, Wetter- und Wellefest gehalten.

00:07:45: Es ist unfassbar schön wie er zeichnet!

00:07:47: Wie einfach und dann doch wie prägend... ...und es ist so schön dass ihr den nochmal in einer neuen Yachtklassik aufleben lassen habt.

00:07:55: Wie kommt ihr an diese alte Geschichte noch mal ran?

00:07:58: Also Agenissen ist ein Thema, was mir seit Jahren im Kopf rumspugt.

00:08:02: Dass man das mal machen müsste, dass es so lange gedauert hat liegt eigentlich daran, dass das doch unglaublich komplex ist.

00:08:09: der Mann ist ja alt geworden und hat sehr sehr früh angefangen tatsächlich auf den Schiffen, auf denen er gesegelt ist alles festzuhalten was es fest zu halten gab ohne eine Fotokamera.

00:08:19: in einer Zeit als das auch nicht üblich war mit Fotos nach Hause zu kommen Und in einer Zeit vor allen Dingen vor dem Zweiten Weltkrieg als diese Szene, die auf hoher See gesegelt ist, winzig klein war das.

00:08:30: So die Zeit in den späten zwanziger, frühen Dreißiger Jahren oder sogar eher dreißiger, mittel-dreißiger Jahre, als dann die ersten deutschen Teilnahmen an Hochseriegarten stattgefunden haben.

00:08:41: und da war Agenissen halt einer von denen, die voll in dieser Szene waren Und der brachte eben diese unglaublichen Zeichnungen und Aquarelle mit nach Hause, die bis heute im Grunde die Zeugnisse dieser Zeit sind.

00:08:57: der deutschen Blauwassersägelei beschäftigt und das visuell haben möchte, kommt an Argenissen nicht vorbei.

00:09:03: Und dann gibt es eben die Zeit nach dem Krieg als mit ganz primitiven Mitteln in die Yacht wieder aus der Taufe gehoben wurde.

00:09:09: Da war Argenisten aufgrund seiner Freundschaft zu dem damaligen Chefredakteur Günter Grell, der Mann, der das Heft illustriert hat.

00:09:17: Dann im Grunde wieder ganz gefragt war und unheimlich viel gezeichnet und auch das Gesicht der Yacht war kann man sagen!

00:09:25: Ja und insofern war das überfällig, dass man das Thema mal angeht.

00:09:29: Und wer in Norddeutschland unterwegs ist, der wird diese Aquarelle von Agenten kennen die also in einigen norddeutschen Jachklubs und vielen Haushalten zu Hause hängen weil der Mann einfach auch unglaublich produktiv war.

00:09:40: Der hat halt auch als Auftragsmaler gearbeitet und hat unernunerblich großen Output gehabt!

00:09:47: Und jetzt habt ihr euch seine Tochter geschnappt.

00:09:50: zum Interview ne Marianne Nissen.

00:09:52: Marianne Nissen ist vor allen Dingen eine geschätzte Kollegin, die hier im Hause Julius Klasing ihr fast gesamtes Berufsleben verbracht hat und die Gründerin des Magazins Boote exklusiv ist.

00:10:04: Und auch seglerisch sehr aktiv war und insofern diese Nähe zu dem Werk des Vaters immer im Herzen getragen hat und dankenswerter Weise eine sehr persönliche Geschichte aufgeschrieben hat wo sie aus der Innensicht beschreibt, wie das schaffen ihres Vaters eigentlich zustande kam.

00:10:24: Und das macht viel Spaß zu lesen.

00:10:25: Das sind so typische Geschichten die wir tatsächlich glaube ich hier ganz gut umsetzen können.

00:10:32: Ja absolut!

00:10:32: Ich meine ihr habt ja die Jahrzehnte lange Voraussetzung genau dafür.

00:10:38: Dann würde ich gerne auf Daimlers Dampfer zu sprechen kommen.

00:10:41: also Gott liebt Daimler hat Und damals wollte den überraschenderweise kaum jemand haben, bis er damit aufs Wasser gegangen ist und mit Motorbooten Werbung gemacht hat.

00:10:54: Und Otto von Bismarck's Marie ist eines dieser Boote die eben so ein Daimler eingebaut hatten und das hat bis heute überlebten.

00:11:01: auch die Geschichte erzählt ihr und die ist ja auch so faszinierend, so mitreißen ne?

00:11:06: Ja, das ist zum Beispiel eine von den Geschichten die mich selber verblüfft haben.

00:11:09: Die von außen an uns rangetragen wurde.

00:11:11: und wer dieses Museum des Mercedes-Benz-Museums besucht der wird drauf gestoßen weil das Schiff da steht tatsächlich so wie es damals gebaut worden ist.

00:11:21: aber dass dieser Motor solche Anlaufschierigkeiten hatte und ausgerechnet einen Schiff sozusagen dafür hergenommen wurde um dem bekannt zu machen das fand ich auch unheimlich interessant.

00:11:32: ja Das Schiff war dann tatsächlich wohl ein Geschenk an Otto von Bismarck seiner Zeit, aber es gab auch noch zwei Schwesterbote von diesen ganz frühen.

00:11:41: und da eingebaut wurde diese sogenannte Standuhr dieser hochzilindrig stehende Verbränner von Daimler.

00:11:48: Und der hat das angetrieben.

00:11:49: Dann ist dieser Motor später genauso in andere Fahrzeuge eingebohrt worden als das dann bekannt wurde und man sich davon überzeugen konnte dass er funktioniert.

00:11:57: Ja wenn der auf See funktioniert dann erst recht am Land muss man ja sagen?

00:12:01: Genau, dass werden die Leute sich wahrscheinlich gedacht haben.

00:12:03: Also Otto von Bismarck hat das dann als Geschenk gekriegt?

00:12:06: Das wäre heute untenenkbar, es wär total Bestechung oder?

00:12:09: Ja ich weiß nicht.

00:12:10: vielleicht würde man das heute so sehen aber damals ziehen das ganz normal zu sein.

00:12:13: Es war natürlich auch ein als Werbegeg von Daimler gedacht.

00:12:17: er hat das Boot dem Fürsten geschenkt und der hat's dann auf seinem Gut auf irgendeinem See zum Einsatz gebracht und war wohl eine Werbeaktion.

00:12:26: Hat's gebracht ne gute Idee!

00:12:27: Das wäre so als ob man heutzutage Friedrich Merz eine Yacht schenken würde.

00:12:32: Der wird dann von allen auf Social Media gefilmt, wenn man sagt Mensch das ding will ich auch haben oder den Motor der da drin ist.

00:12:39: Total andere Zeiten verrückt.

00:12:40: und das ist irgendwie das schöne auch an Yacht Classic dass man das eben dann auch mitkriegt.

00:12:44: Dass man nochmal so eintaucht in diese alte Welt.

00:12:46: Es ist ein kleines bisschen auch immer eine Geschichtsstunde, das ist wohl wahr.

00:12:50: Wir versuchen natürlich das Ganze schon im Hier und Heute stattfinden zu lassen.

00:12:54: Das soll natürlich keine rückwärtsgewandte Betrachtung sein sondern wir versuchen natürlich schon die Geschichten nach heute zu holen.

00:13:02: Aber es gibt so reine Historienstücke wie dieses.

00:13:04: Und da ist das natürlich einfach mal ein Stück aus der Geschichte, was mit unserer Passion zusammenhängt, die wir dann erzählen und auch im Bild

00:13:12: darstellen.".

00:13:12: Ja, und was ja auch jeden begeistert war, weil's einfach die Wurzeln sind!

00:13:15: So hat das angefangen – man muss ja auch sagen, wenn man sich die alten Klassiker anguckt, die waren einfach perfekt gebaut.

00:13:21: Das hat sich gar nicht so wahnsinnig viel positiv verändert natürlich, haben sich Formen immer noch weiterentwickelt aber die Basis ist immer noch die gleiche oder?

00:13:30: Ja und vor allen Dingen ist das Interessante, dass die Schiffe so gebaut worden sind, dass man sie heute noch restaurieren kann.

00:13:36: Also ein klassisches Holzschiff wenn es nicht klappt natürlich.

00:13:40: Wenn man einen Schiff zwanzig Jahre in den Regen stellt dann kann man's ja nicht mal mehr anstecken weil es nass ist.

00:13:45: Dann ist es einfach vermutlich hoffnungslos verloren.

00:13:48: aber wenn man ein Schiff normal segelt und normal pflegt und es die normalen Schäden bekommt die dann so entstehen dann ist das eigentlich wenn man das Know-how hat Heute immer alles reparierbar, ohne dass man abreißen und neu bauen muss wie man das im Immobilienbereich vielleicht machen würde.

00:14:07: Das ist eigentlich das Faszinierende und sich diese Leidenschaft nicht nur bei den Leuten die die Schiffe besitzen bis heute rüber gerettet hat sondern auch mit den Bootsbauern also es gibt wirklich viele Betriebe die diese Handwrecks künstlich mal nennen bis heute meisterlich beherrschen und weitergeben und junge Leute sich interessieren und das lernen wollen teilweise mit Hilfenahme der heute möglichen Techniken und Materialien, Klebstoffe.

00:14:34: Teilweise aber auch ganz bewusst genau in dem Stiel mit den Materialien die früher üblich waren als die Boote gebaut wurden.

00:14:41: Manchmal mit dem einen und dem anderen je nach Sinn und Zweck.

00:14:45: das ist wirklich faszinierend!

00:14:47: Ja absolut jetzt kostet es alles so unglaublich viel Geld natürlich auch Zeit und Arbeit und alles und wir leben in einer Wirtschaftskrise zumindest spüren das schon einige.

00:14:56: Habt ihr das schon gesehen, dass vielleicht weniger Klassiker restauriert werden in Arbeit gegeben werden?

00:15:02: oder ist das da noch nicht hingeschlagen?

00:15:05: Also das wäre jetzt wirklich sehr interpretativ.

00:15:07: Was wir viel stärker merken, ist einfach der demografische Faktor, dass viele Leute in den Neunzentneinziger- und Nullerjahren mit viel Liebe und viel Geld Schiffe entstandgesetzt haben – auch viel eigener Arbeit.

00:15:20: Das darf man auch nicht vergessen!

00:15:21: Es ist sehr typisch, dass Leute selbst wenn sie die Mittel haben, aber doch unheimlich viel eigenes Schweiß auch in diese Schiffe stecken.

00:15:29: Dass diese Eigner jetzt dann langsam auch aussteigen wollen weil sie in ein Alter kommen wo man das einfach nicht mehr bewerkstelligen kann oder möchte und es wachsen natürlich nicht im gleichen Maße Leute nach.

00:15:40: also der Klassikermarkt ist von daher einen sehr interessanter Markt.

00:15:44: Man müsste deine Frage jetzt eigentlich den Betrieben stellen ob die tatsächlich an der Auftragslage schon zu spüren bekommen, dass die Leute das Geld festhalten oder gar nicht mehr haben.

00:15:55: Ich glaube aber tatsächlich, dass das ein Bereich ist wo das vielleicht noch nicht so schnell durchschlägt weil die Leute, die so einen Schiff haben, die werden vielleicht an anderer Stelle Abstriche machen bevor sie am Schiff sparen.

00:16:08: Also das ist ja halt sehr häufig so.

00:16:10: Ja, Leidenschaft ist Leidenschafft.

00:16:13: Das ist schon so...

00:16:14: Lass es uns noch auf eine Geschichte aufspringen.

00:16:17: Und zwar, ich bin ja Kieler und wenn man an der Kiela Förder entlang spaziert sieht man da ein Boot liegen.

00:16:21: das sieht ja schon fast nicht mehr wie ein Segelboot aus sondern wie ein Möbelstück mit Must.

00:16:25: die Öhrn Das ist ein First Rule Sechser Maragoni Glänzen naturlackiert mit riesigem Gaffelsegel und einem Baum der soweit übers Heck ragt dass man eigentlich sofort denkt das Ding ist maßlos übertakelt.

00:16:37: erzählen wir uns mal die Geschichte von der Öhren.

00:16:39: Ja das spannende an dem Boot Das ist tatsächlich, mein ich, ne?

00:16:44: Ich gebaut worden genau so mit einem Gaffelrick.

00:16:47: Dass damals aber natürlich sehr viel massiver war.

00:16:50: Ja das Interessante an Öhrn ist dass der jetzige Eigner das Schiff vor drei vier Jahren hat restaurieren lassen und auf die Idee kam dieses Gafferick was über die Jahre schon ersetzt wurde durch ein normales Rick, was man auch später in Sächsland findet also einen Hochrick mit einer siebenachteltakelung dass er dieses Rick wieder ersetzen wollte durch ein Gaffel-Rick und sich dann an die Konstrukteurin Juliane Hempel gewandt hat, die tatsächlich ein hochmodernes Rick konstruiert hat.

00:17:20: Verleimd aus einzelnen Stäben, die auch alle besondere Eigenschaften haben an der Stelle wo sie verbaut wurden und einen Profil was man dem Rick nicht ansieht weil es sich sozusagen im Inneren des Mastes abspielt der Hohl ist.

00:17:33: Und dieses Rick sieht von außen also genauso aus wie das im Baujahr üblich war und ist auch aus Holz, aber hat natürlich ganz andere Eigenschaften.

00:17:46: Viel bessere ist leichter und verwindungsfester und in die richtigen Richtungen verwendungsfest und wo man es möchte eben nicht verbindungsfest.

00:17:55: Ja, also das ist richtig Hightech kann man sagen und sieht aus wie uralt und original eben einfach.

00:18:00: Und das ist so eine Geschichte wo ein Eigner einfach eine solche Leidenschaft für seinen Schiff hatte dass er es so umsetzen wollte.

00:18:06: Das ist natürlich völlig irrational sowas zu machen aber der ist heute sowas von froh und segelt mit diesem Schiff und ist glücklich und segelte Schiff auch mit dem Anspruch des Schnelles zu segeln.

00:18:16: Und genau so war das Jahr neunzehntelf eben auch, das war ein Sechser der wurde für eine Olympia Ausscheidung gebaut und genau mit dem Glanz in den Augen haben die Eigner im ersten Jahr auf dem Schiff gesessen und das wiederholt sich heute mehr als hundert Jahre später... Auch

00:18:30: wieder auf einem Olympiarevier.

00:18:31: sind wir ja in Kiel ne?

00:18:32: Ja, genau!

00:18:33: Seit neunzentzeinzebzig.

00:18:34: So

00:18:35: ist es.

00:18:36: Super schön

00:18:37: Ja, das sind die schönen Geschichten und die tollen Boote.

00:18:39: Und die interessanten Menschen mit denen man zusammenkommen darf wenn man an dem Magazin arbeitet was uns alle sehr glücklich macht.

00:18:46: Erzählen uns nochmal über das Magazin.

00:18:48: also die Abonnenten kriegen das online zugeschickt richtig?

00:18:52: Nicht ganz!

00:18:52: Also das ist ein reines Printprodukt kann man sagen.

00:18:54: Die Geschichten laufen natürlich auch auf Yard Online Und nein, es gibt auch eine Digitaleusgabe.

00:19:00: Das stimmt schon!

00:19:00: Aber das Interessante ist eigentlich dass es ein ganz klassisch hergestelltes Brindprodukt ist und als solches ein Abonnentenstamm hat und im Buchhandel gekauft werden kann aber eben auch als Sonderausgabel der Yacht an alle Yacht-Abonnenten geht.

00:19:15: Ja schön – man kann's natürlich auch am Kiosk kaufen und Woseball rumliegt richtig?

00:19:19: Ganz genau.

00:19:19: und das ist seit dem zwanzigsten Mai.

00:19:22: es ist in Handel Und kann im Zeitschriftenhandel gekauft werden.

00:19:26: Man kann es beim Buchhändler bestellen, wenn das nicht vorrätig hat und man kann's natürlich auch beim Verlag bekommen indem man auf die Internetseite vom Verlag geht diosglasing.de.

00:19:35: Da gibt es einen Shop und da findet man relativ schnell unter Zeitschaften dann auch diesen Titel.

00:19:40: Ja und es kostet elf Euro neunzig in Deutschland und das finde ich total in Ordnung denn es sind so schöne Geschichten drin Tolle Bilder.

00:19:46: Und es geht um den Stirling Cup zum Beispiel, ja?

00:19:49: Die Eindrücke vom dreißigjährigen Jubiläum ist ja unfassbar!

00:19:52: Dann um Seefahrtkreuzer, Königin und Marabu, zweihundertter im Porträt oder auch um Albert Einstein.

00:19:58: in dem Artikel beschreibt ihr so die Segeleidenschaft des Nobelpreisträgers – und das ist toll!

00:20:02: Wir haben viele Leser, die sich immer wieder melden und sagen sie legen es sicher auf Nachts.

00:20:06: Es kommt ja nur einmal im Jahr und dann lesen Sie jeden dritten Tag abends vorm Schlafengehen eine von den Geschichten und das macht natürlich Freude.

00:20:14: Also es Ganz buntes Sammel, so jung von ganz thematisch, ganz verschiedenen Geschichten.

00:20:20: Ja

00:20:20: mit wieviel Leuten arbeitet ihr da dran und wie lange dauert das?

00:20:23: Wir sind hier in der Redaktion natürlich mit der gesamten Mannschaft wenn man so möchte.

00:20:28: ja so.

00:20:28: Bildredaktionen und Grafik sind alle eingebunden.

00:20:32: ich betreue das ganze redaktionell und wir haben großen Stamm von freien Mitarbeitern die uns zuarbeiten.

00:20:39: Wir kommen ja nur einmal im Jahr und das ist dann immer eine große Sammlung von Ideen.

00:20:45: Viele von unseren Freien laufen auch mit offenen Augen durch die Welt und denken dann manchmal, das könnte ja was für ein Jahr-Klassik sein.

00:20:51: Und melden sich da... Wenn ich die alle zusammenziehe, kommen wir bestimmt auf fünfzehn-zwanzig Leute, die so nicht in jeder Ausgabe aber zum weitesten stammen der Mitarbeiter gehören.

00:21:04: Und dann kurz vor dem zwanzigsten Mai wenn das Ding rauskommt oder die letzten zwei Wochen ist dann wahrscheinlich twenty four seven Yacht Klasse in deinem Kopf?

00:21:12: Es geht, wir versuchen das sehr früh anzufangen um es neben dem normalen laufenden Betrieb hier machen zu können und deswegen fange ich eigentlich immer schon fast ein halbes Jahr früher an.

00:21:24: Und dann auch Musse zu haben für die einzelnen Stücke.

00:21:27: dafür braucht man dann auch mal Zeitfenster wo man sich mal drei vier Stunden Zeit am Stück nehmen kann.

00:21:31: dass ist hier im Alltagsbetrieb eher ein Seltenheitsfall Und insofern fangen wir frühzeitig anders zu machen und wenn alles glatt läuft, dann sollte es eigentlich diesen Endzeit-Stress nicht mehr geben.

00:21:41: Aber ein bisschen Aufregung ist natürlich schon immer die letzten zwei drei Tage vor Redaktionsschluss natürlich.

00:21:49: Und verrat uns zum Schluss noch heißt das jetzt Yacht Classic oder Yacht classic?

00:21:52: Weil ich höre du sagst Classic aber was wird mit C geschrieben?

00:21:54: Dann sage ich natürlich automatisch Englisch Classic.

00:21:56: Das ist ähnlich wie mit Transocian, wo viele Leute TransOcean sagen.

00:22:00: Aber die Gründer wollten das eigentlich eine internationale Schreibweise haben und sprechen von Transocia.

00:22:05: Und Yacht Classic ist auch Yacht Classics jedenfalls hier im Sprachgebrauch nur mit C geschrieben.

00:22:10: Vielleicht was schöner aussieht.

00:22:12: Lasse vielen Dank!

00:22:13: Vielen Dank auf wiederes echt schöne Heft.

00:22:14: ihr kriegt es draußen an jedem Kiosk oder in jedem Zeitschriftenladen würde ich mal behaupten für elf Euro neunzig.

00:22:19: Danke Lasse!

00:22:20: Ja vielen dank dir lieber Tim.

00:22:26: Geht uns gerne Feedback und schreibt an

00:22:28: podcastatjacht.de.

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